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Alexanders Holzbahn im Bau.

Holzbahnbau Teil II

Nachdem ich nun den ersten Test abgeschlossen habe und mit dem Ergebnis mehr als zufrieden bin, geht es nun in die zweite Runde. Die verwendeten Litzen haben sich genauso wie die gewählte Grundierung als haltbar herausgestellt – die Verkabelung der Bahn habe ich zwischenzeitlich noch mal kurz geändert und auf Slotkeller – Norm umgebaut.

Die Modulholzbahn – oder wie aus MDF, Pappe, Kupferklebeband und Farbe eine Rennbahn wird ...

So nun aber zu den Planungen für meine Modulbahn. Wie bereits geschrieben stand, habe ich nicht viel Platz und möchte deshalb eine schnell zu montierende wohnzimmertaugliche Holzbahn haben. Dabei bin ich in der Breite eingeschränkt – d.h. mehr als 110 cm Breite sind nicht drin. In der Länge bin ich allerdings flexibel – die Grundbahn sollte mindestens 3 Meter lang sein – inklusive Durchgang zur Essecke kann ich später bis auf 5,5 Meter erweitern. Nach einigen Überlegungen habe ich mich für eine erweiterbare Modultechnik mit nur einem Streckenverlauf entschieden. Die Bahn kann dann in zwei Bauphasen entstehen – dabei werden zuerst die beiden Grundelement gebaut zwischen die dann weitere Modulen eingebaut werden können.

Folgende Wunschliste zu meiner Holzbahn habe ich erstellt:

Streckenführung:

Ø Eine möglichst lange Gerade
Ø S-Kurve mit engem Radius
Ø Engstelle als Schikane
Ø öffnende Kurve
Ø gleichlange Spuren
Ø Überfahrt ?
Ø Boxengasse mit Weichen

Technische Ausstattung:

Ø Anschlüsse für getrennte Stromversorgung je Spur
Ø Startampel
Ø Rundenzeitmessung mit Sprachausgabe
Ø Zwischenzeitmessung
Ø Funktionierende Boxengasse ( Weichen )
Ø Tankfunktion

Landschaft:
Ø Abnehmbare Boxengasse
Ø „Pressezentrum“ / Kommentatoren
Ø „Dunlop-Bogen-Brücke“
Ø Kiosk
Ø Diverse Kleingebäude + landschaftliche Gestaltung der Anlage
 

Da habe ich mir ja echt was vorgenommen – aber ich will ja auch nicht gleich fertig sein mit der Bastelei. Die geplanten Gebäude werden alle abnehmbar sein um die Bahn ordentlich und platzsparend lagern zu können. Erste Versuche mit Pappbausätzen von den Kollegen www.carrera4fun.de habe ich schon gebastelt und hier und da noch etwas mit Inneneinrichtungen, Werbeplakaten und zusätzlichen Logos versehen. Mal sehen ob wir demnächst einen Bereich mit Downloads anbieten können...
Für die Elektrik ( Zeitmessung etc.) wird dann wohl Slotkollege Roland das Löteisen schwingen müssen – doch dazu später mehr in Bauabschnitt II.

Bauabschnitt I:

Technische Daten Bauabschnitt I:
Ø 2 Platten a 105*150 cm = 105*300
Ø 2 Spuren mit Spurabstand 9 cm
Ø Schikane mit Engstelle und Spurabstand von 5 cm
Ø Slottiefe ca. 7mm, Slotbreite 4mm

Im Bauabschnitt I habe ich zunächst die beiden Grundplatten – also die späteren Endplatten meiner Bahn – erstellt. Vorteil der aktuellen Planung ist, das ich mich erst im zweiten Bauabschnitt festlegen muss ob ich den Spurlängenausgleich über eine Überfahrt oder durch einen angepassten Streckenverlauf in einer Ebene realisiere.

Materialbedarf:

Ø 2 MDF-Platten 110 * 150 cm ( Bahngröße 300 * 110 cm )
Ø Kantholz 44*24 mm für Rahmen unter der Platte
Ø Rundholz 10 mm
Ø Schrauben
Ø Universalgrundierung Grau
Ø Polyesterfeinspachtel
Ø Kupferlitzeklebeband
Ø 2 Kistenspanner

So – aber nun mal schön der Reihe nach – Ihr sollt an meinem Schicksal teilhaben! Also erst mal in den Biberbaumarkt gedüst und zwei MDF-Platten in der Größe 150*110 cm bestellt. Dazu noch Kantholz gehobelt für die Unterkonstruktion, Schrauben und den übrigen Kleinkram im Einkaufswagen verstaut und ab zur Kasse. Dummerweise keine EC-Kartenzahlung möglich und weder genug Bargeld noch Kreditkarte dabei. Also alles stehen gelassen und fix am Automaten Geld geholt. Nächste Panne dann an meinem Auto – 110 cm ist einfach zu breit und passt nicht in meinen Reißkocher rein – so eine ..... ! Also wieder rein zum Bibermarkt und auf 105 cm Plattenbreite abgesägt. Reißkochertauglich aber zur Abwechslung jetzt draußen ein toller Regenschauer – und das wo MDF besser nicht nass werden sollte ...

Irgendwann habe ich dann alles bei mir zu Hause im Wohnzimmer stehen – sehr zur Freude meiner Göttergattin die mein Vorhaben nicht wirklich teilt und mich mit strafendem Blick amus dem Wohnzimer verband hat. Also alle erst mal in den Keller geschleppt – Mist Keller ist auch eher bescheiden gehalten oder doch zu viel Gerümpel? Am nächsten Tag dann wieder alles ins Auto gepackt und eben in Vaters Garage umgezogen – prima! Viel Platz – Licht – passendes Werkzeug – was will man mehr? Eigentlich war Vater auch für die Photodoku meiner Fräsarbeiten eingeteilt – allerdings sind die Bilder einem Festplattencrash zum Opfergefallen. Naja – letztendlich kann ich in Phase 2 noch ein paar Bilder nachschieben.
Als erstes habe ich die beiden MDF-Platten mit zwei kurzen Dachlattenstücken aneinander geschraubt. Danach mit Lineal und Zirkelschnur den Streckenverlauf aufgezeichnet. Wie auch bei der Testbahn habe ich in den Kurven mit den Fräsarbeiten begonnen. Dazu mittels des beiliegenden Zirkels der Oberfräse erst mal die erste Spur fräsen und dann den Radius um den geplanten Spurabstand erweitern und die zweite Spur fräsen. So habe ich zunächst das „ S „ gefräst. Auf die bekannte Weise werden dann die Kurvenausgänge miteinander verbunden – Fräse mit gesenktem Fräswerkzeug in den Kurvenendpunkt stellen und Anschlagleiste fixieren ( es sei erwähnt, das die Fräse dabei natürlich nicht eingeschaltet sein sollte ... ). Dann am Kurvenanfang auf die gleiche Weise die Anschlagleiste fixieren. Soweit es notwendig ist muss die Leiste mit weiteren Schrauben/Nägeln befestigt werden. Nachdem ich auch die Kurve auf der zweiten Platte gefräst habe werden die langen Geraden in einem Durchgang über beide Platten gefräst. Da beide Geraden an der Plattenkante den gleichen Abstand zum Rand haben ist das quasi meine „Normschnittstelle“ für weitere Platten. Etwa 3 kg Feinstaub war alles fertig und konnte abgesaugt werden. Als nächstes habe ich einen Rahmen aus Kantholz unter die Platten gebaut. Vorteil ist, das hier dann die Bahnelektrik untergebracht werden kann; Gleichzeitig können seitlich Befestigungen angebracht werden. In jedem Fall muss das MDF sorgfältig vorgebohrt werden und dabei auch an Aussparung für die Schraubenköpfe denken da die Kanthölzer von oben durch die Platte angeschraubt werden. An den Stirnseiten der Platten habe ich dann 10mm Löcher durch den Rahmen gebohrt und hier zur besseren Verbindung 4 Holzdübel eingesetzt. Dazu habe ich ca 10 cm lange Stücke aus Rundholz in eine der beiden Plattenhälften eingeklebt. Durch diese Verbindung erhalten die Platten später ausreichend Stabilität und können nicht verrutschen.

Nachdem alle Holzarbeiten abgeschlossen sind muss mit feinem Sandpapier nachgearbeitet werden. Nicht vergessen mal mit einem Slotcar durch die Slots fahren um zu testen ob alles tief genug gefräst ist.


Mittels Bausauger wurde dann alles von Staub befreit. Im Anschluss konnte mit den Spachtelarbeiten begonnen werden. Autofeinspachtel ist hier wohl die erste Wahl - der ist fix trocken und kann gut bearbeitet werden. Zunächst habe ich alle Löcher und kleine Unebenheiten in der Slotkante nachgearbeitet. Dann wieder schleifen.... Nachdem alles schön glatt ist kann endlich Farbe drauf – mit der gewählten Universalgrundierung in grau sieht das ganze nach zwei Anstrichen schon wie eine Rennbahn aus. Nach dem Trocknen konnte ich endlich Vaters Garage wieder verlassen und für die „Feinarbeiten“ in mein „Slotbüdchen“ daheim einziehen.

Wenden wir uns nun dem Aufkleben der Stromlitzten zu. Die vorgesehen Anschlüsse werden alle in den Rahmen bzw. unter der Platte montiert – dadurch liegen später keine Kabel rum und wenn irgendwann mal alles fertig ist kann ich die Elektrik mit einer dünnen MDF-Rückwand von unten abdecken. Da ich im ersten Bauabschnitt nur zwei Platten habe, habe ich die Platte 2 mit der längeren Fahrstrecke als „Anschlussschiene“ festgelegt. Gleichzeitig wird an beiden Übergängen zur Platte 1 eine Stromeinspeisung vorgenommen so dass eine ausreichend gleiche Spannung auf allen Streckenabschnitten gegeben ist. Zunächst habe ich zwei Löcher auf jede Seite eines Slots gebohrt um hier die Anschlusskabel durchzuführen. Danach werden kurze Stücke des Kupferbandes um die Ecken geklebt – durch das Zusammenführen der beiden Platten wird dann später die Stromübertragung von Platte 2 auf 1 laufen. Hier hat jedoch der Praxistest gezeigt, das das Kupferband besser mehrfach aufgeklebt wird. Dadurch sitzen die Platten leicht unter Spannung und der Stromfluss ist endsprechend Sicher gestellt.

Hinter den Löchern habe ich eine kleine Vertiefung gemacht damit hier die Kabel leicht versenkt werden können und die Stromleiter hinterher plan sind. Die Kabel werden nun von unten durch die Platte gesteckt und angelötet.

Diese „Anschlüsse“ habe ich dann jeweils an den Plattenübergängen vorgenommen – dadurch habe ich quasi direkt eine Zwischeneinspeisung in der Platte 2 mit den längeren Fahrspuren. Als nächstes können dann die Kupferleiter aufgeklebt werden. Mit ein wenig Übung ist das recht einfach zu machen. Das erforderliche Werkzeug beschränkt sich auf Schere, Cuttermesser und „Andrückwerkzeug“.

 Zum Andrücken der Litze benutzte ich einen leicht abgerundeten Schraubenziehergriff aus Kunststoff – geht recht gut und ist ausreichend weich um das Kupferband nicht zu beschädigen. In den Kurven lässt sich das Band schön am Slotrand entlang ausrichten – die leichten „Wellen“ können meist mühelos glattgestrichen werden.

Kleine „Buckel“ in den Kurven, falls sich das Band nicht ganz glatt aufkleben lässt, stören später nicht.

Praktischerweise sollte an einem Ende begonnen werden und der gesamte Slot in einem Stück geklebt werden. Das Kupferband kann zwar „verlängert“ werden ( dazu einfach übereinander kleben und die Naht leicht verlöten) aber bei den geringen Kosten habe ich lieber eine Rolle mehr gekauft und keine unnötigen Nähte und damit Spannungsverluste zu haben. Die notwendigen Überlappungen an den Anschlüssen sind bei mir etwa 15 cm lang und reichen um die Kante der Platte.

Der Stromanschluss an die Bahn erfolgt zunächst vom regelbaren Netzteil über Bananenstecker an die Bahn. Die notwendige Anschlussbox ist direkt „fliegend“ unter die Platte gelötet. Aktuell werden beide Spuren noch von einem Netzteil versorgt. Die Regler werden über den im Slotkeller üblichen DIN-Stecker angeschlossen. Die notwendigen Buchsen für die Regler werden seitlich in den Holzrahmen eingebaut. Fixierungen mit Heißkleber isolieren gleichzeitig die Lötstellen und lassen sich bei Bedarf mit dem Cuttermesser leicht lösen. Endlich konnten erste Fahrtests durchgeführt werden. Klasse, die Arbeit hat sich echt gelohnt – die Autos schnurren wie Kätzchen um den Kurs. Auf der Außenbahn lassen sich meine schnellsten Fly-Classics bei 10 Volt in gut 3,6 Sekunden um den Kurs bewegen – die gleichen Autos fahren Rundenzeiten von 5,3 – 5,4 auf Hansis Holzbahn. Übrigens lassen sich auch die aktuellen Scalextric-Modelle bei 10 Volt im Originalzustand sehr gut über den Kurs bewegen. Der Kurs ist für meinen Geschmack recht gut gelungen und stellt einen Kompromiß zwischen Platz und Steckenführung dar. Aktuell verwende ich noch einen Carrerarundenzähler für die Zeitmessung – die gesamte Zeitmesselektrik, die Startampel und die Boxengasse mit Weichen werden dann im Bauabschnitt III mit Rolands Untersützung angegangen. Dann habe ich noch ein wenig Zeit zur Planung .....

Als nächstes ging es dann an die optische Gestaltung er Bahn. Zunächst habe ich mir grob den „Straßenverlauf“ aufgezeichnet und die Grünflächen angelegt. Hier verwende ich ganz normale Abtönfarbe die ich mit dem Pinsel auftupfe. Dadurch entsteht eine leicht raue Oberfläche und das ganze wirkt ein wenig wie echtes Gras. Für die Seitenstreifen verwende ich Isolierband. Das lässt sich gut aufkleben und ordentlich um die Kurven kleben. In den Kurven habe ich einfach kurze rote Isolierbandstreifen auf den weißen Streifen geklebt. Dadurch entstehen leichte Erhöhungen und wenn man drüber fährt „hoppelt“ das Auto ein wenig. An einigen Stellen driften die Autos über den Seitenstreifen hinaus in die „Wiese“. Hier haben sich schon schöne Fahrspuren gebildet und die Farbe ist an den Stellen bereits glatt – sieht irgendwie schon cool aus.

Wie bereits erwähnt bastle ich die Gebäude selber ( das Carreragebäude war ein Geschenk) und kann so individuell an meine Vorstellungen anpassen. Die Konstruktion aus Papier und Pappe ist ausreichend stabil .. probiert es mal aus ! Alle Gebäude lassen sich abnehmen und separat im Regal lagern da ich diese auf kleine Grundplatten aus Sperrholz aufklebe – dazu gleich noch ein wenig „Landschaft“.

Tja Leute – so sieht meine aktuelle Wohnzimmerbahn aus. Aktuell läuft die Planung für Bauabschnitt II. In jedem Fall werde ich zwei weitere Module dazubauen. Da ich zwischenzeitlich das Wohnzimmer renovieren musste und dabei ein neues Sofa angeschafft wurde bieten sich nun ganz neue Möglichkeiten... grins!

Doch dazu später mehr...

Gruß aus dem Slotkeller

Alexander

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