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Testholzbahn.

Wir bauen eine mobile Holzbahn!

Nach längeren Überlegungen und aus der Not heraus, das ich eigentlich keinen Platz für eine permanent aufgebaute Rennbahn habe ist die Entscheidung gefallen eine eigene Holzbahn zu bauen, die nach Bedarf schnell auf- und abzubauen ist.

Im Vorfeld hatte ich schon diverseste Layouts entworfen – 2 und dreispurig mit bis zu 11 cm Spurabstand – aber eins blieb zunächst unklar – würde ich das auch realisiert bekommen? Die Grundüberlegung war ja, eine Wohnzimmerbahn zu bauen die im Normalfall abgebaut gelagert wird – sozusagen eine mobile Holzbahn. Für eine mobile Holzbahn gibt es prinzipiell zwei unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten:

1. Eine variable Modultechnik ähnlich der „Slotfire“ oder „Plazidus“
2. Eine feste Streckenführung aufgeteilt auf gleichgroße Platten

Angeregt durch einen Artikel in der COL und auch durch diverse Recherchen auf den einschlägigen englischen Slotseiten im Internet habe ich mir nach längeren Überlegungen ein kleines Streckenlayout für einen ersten Test überlegt. Dabei stand zunächst drei Dinge im Vordergrund:

- sich mit der Arbeitstechnik vertraut machen
- verschieden Radien und Abstände zu testen
- Oberflächen und Leiterbahnentest

Nach einigen Planungen kam ich dann zu folgendem Layout:

Nach einigen Planungen kam ich dann zu folgendem Layout:

Die Plattengröße beträgt 150*70 cm 16 mm MDF ( Preis ca. 11.- Euro) . Die Kurvenradien habe ich wie folgt festgelegt:

Rot = Radius 15 cm
Schwarz = Radius 20 cm
Grün = Radius 25 cm

Mit diesen Kurvenradien und der Plattenbreite von 70 cm hatte ich dann auch die Randstreifenbreite auf 10 cm festgelegt; im Bereich der blauen Gerade ergibt sich dann ein Spurabstand von 10 cm der sich durch die folgende Kurve zieht. Damit kann ich dann „testen“ ob ich mit 10 cm Spurabstand ( also wie Exclusiv) oder doch lieber später mit 9 cm ( Ninco etc) planen werde.

Zunächst habe ich meinen Entwurf auf Papier übertragen und mit Slotcars einen „Rolltest“ gemacht. Das ganze sah schon ganz gut aus.
Im Anschluss habe ich dann alles auf meine MDF-Platte übertragen.

An Werkzeug benötigte ich für den ersten Test nur eine Oberfräse, Fräsaufsatz, Akkuschrauber, Anschlagleisten und ein paar Schrauben. Da es unterschiedliche Auffassungen gibt wie ein Slot dimensioniert sein sollte, habe ich mich für 4 mm Slotbreite und ca. 7mm Slottiefe entschieden. Beim Kauf des Fräsers sollte auf sehr gute Qualität geachtet werden – zumal wenn geplant ist weitere Strecken zu bauen. Ich habe im Werkzeugfachhandel einen „Festool“-Fräser in den Abmessungen 4mm breite, 12mm Frästiefe und Schaftaufnahme 8mm gekauft ( ca. 28.- Euro).

Ein guter Fräsaufsatz ist das wichtigste bei der ganzen Aktion – nur mit gutem Werkzeug lassen sich auch brauchbare Ergebnisse erzielen....

Eine drehzahlregelbare Oberfräse hat mir ein netter Arbeitskollege geborgt und so konnte ich endlich anfangen. Da ich mit max. 25 cm Radius für die Teststrecke einen relativ kleinen Radius gewählt habe, konnte ich diesen mit dem Zirkelanschlag der Oberfräse entsprechend fräsen. Zweckmäßigerweise beginnt man mit dem Fräsen in einer Kurve. Im Mittelpunkt der Kurve wird der Zirkel fixiert ( bei mir z.B. Loch bohren) und dann die beiden Kurvenradien ( 25 und 15 cm) gefräst. Danach geht es bei der nächsten Kurve weiter.

Dabei ist darauf zu achten, dass man vorher den Start- und Endpunkt der Kurve einzeichnet – nur so kann hinreichend genau gearbeitet werden. Danach werden die einzelnen Kurvenendpunkte miteinander durch eine Gerade verbunden. Dazu stellt man die Oberfräse in den Endpunkt der Kurve und schiebt einen geeigneten Anschlag ( z.b. gerade Latte) an den Fuß der Oberfräse. Anschließend in Höhe des Fräswerkzeuges mit einer Schraube oder Nagel auf der Platte fixieren. Danach am Ende der Geraden ( also dem Beginn der nächsten Kurve) das gleiche noch mal. Fräser rein, Latte anlegen und fixieren. Durch diese „Technik“ sind Kurvenausgang und Kurveneingang der nächsten Kurve exakt verbunden. Nun noch je nach Leistenstärke zwischendrin ein paar Befestigungen setzten. Beim anschließenden fräsen der Geraden auf die Drehrichtung der Oberfräse achten, diese sollte gegen den Anschlag laufen. Dadurch zieht sich die Oberfräse an den Anschlag und „wandert“ nicht ab. ( hab irgendwie vergessen ein paar Fotos zu machen ...)

So eine Oberfräse macht schon eine Menge Staub bei der Arbeit. Doch dank Baustaubsauger kein Problem – damit lassen sich die gefrästen Slots problemlos „freilegen“.

Ist alles fertig gefräst kann mit feinem Sandpapier der Slotrand etwas gebrochen werden und kleine Unebenheiten bei den Übergängen können nachgearbeitet werden. Anschließend alles sehr gut abstauben und die Löcher von den Befestigungen der Anschlagsleisten und dem Kurvenzirkel mit Autofeinspachtel (ca. 6 €) ausfüllen. Nach dem Trocknen abschleifen und die Bahn grundieren. Ich habe dazu eine graue Universalgrundierung ( Albrecht Allzweckhaftgrund silbergrau RAL 7001) genommen – sieht gut aus als Straßenbelag und hat guten Gripp wie sich später herausgestellt hat. Im Anschluss habe ich an den geplanten Anschlussstellen zwei kleine Löcher neben den Slot gebohrt und mit dem Cuttermesser eine längliche Vertiefung auf der Oberseite gemacht. Hier wird dann der Stromanschluss für die Bahn angebaut.

An dieser Stelle habe ich dann auch begonnen das Kupferband aufzukleben. Dieses gibt es in unterschiedlichen Breiten; ich verwende 5,1 mm. Das sog. „Copper Tape“ ist im Bastelmarkt zu bekommen und kostet etwa 9.- Euro die Rolle ( 33 Meter).

Beim Aufkleben ist darauf zu achten, dass das Kupferband möglichst glatt am Slotrand aufgeklebt wird. Mit einem harten Gegenstand ( ich habe einen Schraubenziehergriff verwendet) wird nun das Kupferband fest angedrückt. Da es sehr dünn ist, können die „Falten“ in den Kurven nahezu glatt gemacht werden. An der Aussparung neben dem Slot habe ich von unten ein Kabel durchgeführt und oben abgeknickt. Das ganze habe ich dann mit reichlich Zinn am Kupferband festgelötet. Ein wenig schleifen und das andere Ende des Kupferbandes über die Lötstelle kleben – fertig.

Über eine integrierte Anschlussbox mit der Slotkellerstandartsteckverbindung bekommt die Bahn dann Strom.

Nun endlich die ersten Testrunden drehen – klasse. Die Arbeit hat sich gelohnt. Die Autos fahren rund und auch die Stromversorgung über das Kupferband scheint ok zu sein. Als Abschluss habe ich dann noch ein wenig „Landschaft“ dazugemalt... und wie man an der Ideallinie sieht bin ich auch schon einige Runden gefahren. Der Kurvenradius mit 15 cm lässt sich auch noch recht gut fahren. Die verwendete Grundierung ist ein Hit was den Gripp angeht – und auch der Reifenabrieb bildet ein schönes Bild ... Die Kupferleiter sind bisher problemlos – alle Autos fahren sauber und gleichmäßig über den Kurs.

Ermutigt durch meinen erfolgreichen Test habe ich mich an die Planung und Realisierung meines zweiten Testprojektes begeben. Hier werde ich eine zweispurige Bahn auf zwei Platten ( je 150*105 cm) erstellen. Dabei soll neben dem Spurabstand von 9 cm eine Engstelle ( Spurabstand 5cm), die Verbindung von zwei Bahnplatten, Haarnadelkurve mit ca. 10 cm Radius und eine funktionierende Boxengasse mit Weichen umgesetzt werden. Das ganze wird dann noch mit Zeitmesselektronik für Rundenzeiten und Tankstopp sowie einer Zusatzeinspeisung ausgerüstet.

Gleichzeitig habe ich hier so eine Art Modulanschluss im Sinn so dass ich diese Bahn ggf. erweitern kann.

... also Leute dranbleiben ... es tut sich was im Slotkeller !

Alexander

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