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Zusatzeinspeisung

Ich habe ja schon einiges über Anschlussschienen und Zusatzeinspeisungen geschrieben. Trotzdem kamen immer wieder E-Mails mit fragen zu diesem Thema. Deshalb versuche ich hier noch mal das Ganze etwas einfacher zu beschreiben. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Sache anzufangen. Bei kleineren Bahnen mit einer oder Zwei Zusatzeinspeisungen würde ich die folgende Methode verwenden:

Ihr geht einfach an die vorhandene Anschlussschiene und lötet dort vier weitere Drähte an. Diese verlegt man dann einfach bis zu der Schiene wo die zusätzliche Einspeisung hin soll und verlötet sie so wie oben auf dem Bild dargestellt. Wichtig ist das Ihr dabei keine Verwechselungen macht, dann geht gar nichts mehr. Wenn Ihr wollt könnt Ihr auch noch eine Steckverbindung in das oder die Kabel machen damit man das Zeug auch mal abbauen kann. Sinnvoller Weise legt Ihr die Zusatzeinspeisung ungefähr gegenüber der Anschlussschiene, also in die Mitte der Bahn. Bei zwei Zusatzeinspeisungen teilt Ihr die Bahn in drei gleiche Teile und so weiter. Bei mehr als zwei Einspeisungen verwende ich ein anderes wesentlich flexibleres Konzept:

Es fängt damit an, das man in dieser Variante nicht mehr unbedingt eine Anschlussschiene benötigt. Am Anfang mag das erst mal unlogisch erscheinen, aber wer mal auf verschiedenen Bahnen gefahren ist oder in einer Gruppe fährt die sich an verschiedenen Orten trifft der sieht schnell ein, dass ein einheitlicher Regleranschluss her muss. Versuch mal einen Ninco-Regler an eine Exclusiv zu stecken. Wenn man seine Bahn in eine Landschaft einbetten will stören die originalen Anschüsse auch oft. 

Aber weiter mit der Einspeisung: Man bastelt sich beliebig viele “Einspeise-Schienen”. Abhängig von der Strecke die man bauen will. Nur diesmal werden die Kabel nicht von Schiene zu Schiene oder von Anschlussschiene zu den Zusatzeinspeisungen verlegt sondern von einem Verteiler an alle Einspeisungen. Wer seine originale Anschlussschiene behalten will schliesst den Verteiler halt dort an. So hatten wir es am Anfang an der Gartenbahn auch. Da musste man aber beim Aufbauen schon festlegen wo der Regleranschluss liegen soll.

Jetzt haben wir halt 6 gleiche Einspeiseschienen und fertig ist. Die können wir an beliebiger Stelle einbauen, stöpseln alles zusammen und ab geht es. Beide oben gezeigten Prinzipien (???) lassen sich sinngemäß auf beliebig viele Spuren erweitern. Wir haben es in zwei, vier und sechs Spuren. Alle meine Steckerbelegungen sind so, dass ich das Zeug beliebig mischen kann. Das heißt ich kann die Kabel der vierspurigen Bahn auch für die zweispurige Bahn verwenden. Bei sechs Spuren brauche ich dann halt zwei Kabel. Da kann ich ein vierspuriges und ein zweispuriges oder zwei vierspurige verwenden. Echt praktisch!

Kommen wir zu den Steckverbindungen. Da hat man ja Quasi die absolut freie Auswahl. Für mich kommen inzwischen eigentlich nur Sub-D Stecker (Das sind die Dinger die Eurer Computer als Parallelschnittstelle verwendet) in Frage. Die kosten bei www.reichelt.de nur ca. 0,10€ . Die Gehäuse dazu 0,19€. Stand Mai 05. Ich verbaue an den Schienen keine Gehäuse, dann kann ich die Steckverbindungen unter der Schiene verschwinden lassen. Manch einen denkt jetzt bestimmt das die Pinnen in diesen Steckern viel zu klein sind um unsere Slotcars mit Power zu versorgen. Angeben sind die Dinger mit 3 Ampere pro Pin. Das wäre mir persönlich aber zu riskant. Deshalb verwende ich 25-polige Stecker. An diesen löte ich immer 3 Pins zusammen, damit müsste der Strom ausreichend sein. Damit sich das Ganze möglichst leicht und somit auch schnell zu löten ist verbinde ich nicht die Pins 1,2 und 3 sondern 1,2 und 14. Schaut Euch das mal auf dem Bild an:

Hier seht Ihr wie die Pins 1,2 und 14 zusammen gelötet werden.

Nur als Beispiel habe ich schon mal einen Draht angelötet. Normaler Weise verlöte ich erst alle Pinnen im Dreieck und danach erst die Drähte, dass geht meiner Meinung nach schneller. Ausserdem ist es ohne Drähte erheblich einfacher eine falsche Brücke wieder zu entlöten.

Jetzt kann man auch schön die eben angesprochenen Dreiecke sehen. Wie man sich leicht vorstellen kann ist es so viel einfachen einen für diese Stecker dicken Draht in das Dreieck zu löten als an drei nebeneinander liegende Pins. Im Bild habe ich den Draht für Spur 1 Plus schon angelötet. Die anderen “Dreiecke” sind die Anschlüsse für Spur 1 Minus und für Spur 2.

Der rote Draht der nach hinten weg geht ist Spur 2 Plus. Der alleinstehende in der Mitte ist Spur 1 Minus.

Als letztes noch den Minus für Spur 2 und schon ist der Stecker für eine zweispurige Zwischeneinspeisung fertig. Im Schaltplan sieht das Ganze dann so aus:

Den Plan habe ich gleich für 4 Spuren gemacht. Wer nur zwei hat lässt einfach die Farben lila, türkis, orange und grau weg. Wer 6 Spuren hat macht zu diesem Stecker noch einen weiteren ebenfalls ohne die oben aufgezählten Farben. Ich habe zur Zeit nur voll belegte Kabel, dann kann ich sie wie bereits gesagt überall verweden. Noch ein Tipp: Wer anstelle von einzelenen Drähten oder mehreren Zwillingslitzen ein Kabel verwenden will stößt auf folgendes Problem. Mit Querschnitten ab 0,75² ist fast unmöglich ein Kabel mit 8 Adern zu bekommen. Üblich sind 7 oder 12 Adern. Deshalb habe ich auch die Steckerbelegung so gewählt wie im Bild. Man kann nun alle 4 Massen oder alle Plus-Leitungen zusammen löten. Dadurch werden dann die vier Massen über 3 Drähte übertragen. Das sollte auch reichen. Ob man nun Masse oder Plus verbindet hängt von der Anschlussbox ab. Bei Carrera wird original der Minus geregelt, sonst meistens Plus. Natürlich kann man die geregelten Leitungen nicht zusammen legen. Wem das zu kompliziert ist, der nimmtt einfach zwei vierpolige Kabel für eine vierspurige Bahn.

Als nächstes müssen die anderen Enden unserer Drähte an die Schienen. Dazu löten wir die Dinger wie ganz oben im Plan gezeit an die Leiter der Schienen. Ach stimmt, da noch was: Bei Carrera 124, Exclusiv und Evolution-Schienen geht das nicht, da sie aus Edelstahl sind. Da mache ich dann folgendes:

Das Kabel (2 x 1,5² Lautsprecherkabel) erst mal ca. 30-35 mm abisolieren.

Dann schön auseinander zubbeln und auffächern.

Den abisolierten Teil nach hinten biegen uns schön um die Isolierung verteilen.

Die Enden sollten jetzt schön stramm in die Schienen passen. wenn es zu leicht geht den Draht mehrfach raus und rein schieben. Dabei merkt man wie es immer schwerer wird weil der Draht sich auseinander biegt.

Sollte der Draht nicht in die Schienen zu schieben sein muss man einfach den Knick weiter nach Vorne machen. Es ist aber absolut wichtig das die Drähte eng in der Schiene klemmen, sonst funtioniert es nicht!

Wir haben jetzt folgendes getan:

Aus einer Standartgeraden, einem 25Pol-Sub-D Stecker und etwas Kabel...

...haben wir ne prima Zwischeneinspeisung gebaut. Ich habe für diese Schiene inklusve fotografieren der einzelnen Schritte ca. 20 Minuten gebraucht. Ihr werde Euch wunder wie gut Eure Bahn läuft wenn sie ein paar Zusatzeinspeisungen hat.

Jetzt müssen wir die Einspesung nur noch irgendwo anstöpseln. Dazu brauchen wir einen Verteiler:

Hier die Version für 6 Spuren und 8 Zusatzeinspeisungen. Ich habe einfach ein Stück Holz genommen, zwei “ Schlitze “ reingesägt, die ganzen Stecker und Buchsen verschraubt und ab an den Lötkolben.

Oberer Reihe: Spur 1 - 4, untere Reihe Spur 5 und 6. Weil wir wohl nie auf 8 Spuren ausbauen habe ich in der unteren Reihe nur vier Brücken verlötet. Bitte beachtet beim Nachbauen, dass der anders herum eingebaut ist als die Buchsen, sonst stimmt die Pinbelegung nicht! Da könnt Ihr aber an den Pin-Nummer orientieren die auf den Steckern und Buchsen aufgeruckt ist. Bei kleineren Bahnen reicht natürlich auch ein kleinere Verteiler.

Hier die Variante für vier Spuren und 4 Einspeisungen. Diesmal auch im Gehäuse.

Ich hoffe die Anleitung hilft Euch weiter, falls nicht einfach mal mailen.

Roland.

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