Low-cost Maxis oder wie baue ich mir einen renntauglichen

Can Am Boliden in 1:32

 

Max Winter baut unter dem Label Maxi Models mit die besten Miniaturen aus Resine im Maßstab 1:32. Die Karossen sind perfekt gegossen, die Fotoätzteile erste Sahne und alles passt nahezu perfekt. Über den Preis kann man sicher streiten. Die Collectorsserie kostet von ca. EUR 115,00 für den unlackierten Bausatz bis ca. EUR 225,00 für den rennfertigen RTR. (der Preis ist durchaus gerechtfertigt wenn man den Arbeitsaufwand und die Qualität betrachtet, aber um die Autos auf der Bahn zu „vernichten“ war mir der Preis etwas hoch. Ich parke meine Collectors-Serie-Boliden in der Vitrine).

Aber auch hier kann Abhilfe geschaffen werden. Unter dem Label „Supersports“ hat Max eine Low-Cost Variante der Mc Laren M6 Reihe herausgebracht, die sich sehen lassen kann. Die Karossen kosten vorlackiert inkl. Cockpiteinsatz, Decals etc. ca. EUR 50,00. Dies entspricht dem Preis anderer Hersteller, wie etwa Proto. Jedoch ist die Lackierung in der Regel besser. Aus dem Bausatz kann man einen reinrassigen Renner aufbauen, denn inkl. Fahrer und allen Anbauteilen kommt der Body auf nur 21g !!!! Das ist absolut konkurrenzfähig, selbst im Vergleich zu den leichtesten Fly-Classicmodellen. Für ein fahrfertiges Modell braucht man folgende Teile:

 

  • Maxi Model Supersport Body Kit lackiert                                 EUR 50,00
  • ein Chevron B19/21 Chassis* fahrfertig von Fly/GB ca.                      EUR 15,00
  • alternativ eine Fahrerfigur von Maxi Models                              EUR  4,50
  • Lenkrad aus der Grabbelkiste                                         EUR  0,50
  • etwas Blei                                                      EUR  0,50
  • Moosgummi für die Reifen                                          EUR  0,05
  • Klebestoffe, Bare-Metalfolie etc.                                       EUR  1,00
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  • Gesamt:                                                        EUR 71,55
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  • *(vom Fly/GB Chevron braucht man nur das fahrfertige Chassis, den Preis habe ich recht hoch angesetzt, bei bekannten Auktionshäusern gibt’s ganze Chevrons z.T. für ca. EUR 25,00)
  • Bedient man sich aus der Grabbelkiste, z.B. einen alten Fly-Fahrer, wird’s noch mal billiger.
  • Für den Preis bekommt man dann auch ein ziemlich seltenes Stück auf der Bahn zu sehen. Wer es ganz edel will, kann die Sache mit Originalalus von Maxi-Models natürlich auch noch aufwerten.
  • Der Aufbau ist auch für nur mäßig erfahrene Bastler einfach zu handhaben. Hier im einzelnen.
  • Wichtigste Werkzeuge und Materialien:
  • Cutter, Dremel mit verschiedenen Bohraufsätzen (0,4 mm – 2 mm) und Trennscheibe, Pinzette, Nagelschere, verschieden Pinsel, Q-Tips, Zahnstocher, Feilen und natürlich Schraubendreher.
  • Sekundenkleber, 2-K Epoxykleber, Micro Kristal Klear, Bare Metalfolie, verschieden Emaillefarben, Gunze Topcoat und Linierband.

erstmal auspacken,

mhh das soll ein ganzes Auto werden? Die Karosse ist bereits mit nahezu allen Anbauteilen gegossen worden. Man muss also den Pinsel schwingen und ein wenig Bare Metalfolie verbauen. Aber sonst ist alles dabei. Body lackiert, 2 Spiegel, Decals, Tiefgezogener Cockpiteinsatz

  • Draht zum bauen des Überrollbügels, Motorattrappe aus Resine und 2 Scheiben aus Tiefziehfolie falls man sich mal verschnibbelt. (im übrigen stammt das Bild von der Supersport-Variante von Jo Bonniers M6B, ist aber vom Inhalt identisch zu Bruce McLarens M6 der hier vorgestellt wird.
  • Das Chevron Chassis komplett, das kennt man ja schon. Der Fahrer ist von Maxi-Models.

Jetzt mal auf die Waage. Wow! nur 16 g und das schon lackiert

  • Da viele Details wie Getriebeattrappe, Lüftungsgitter etc. in der Karosse mit integriert sind,müssen sie farblich noch abgesetzt werden. Das geht ganz einfach mit Humbrol Farben in Eisenmetallic matt Nr. 53 für das Getriebe und die Kühlergitter, schwarz seidenmatt für die Auspuffattrappe. Im Falle von Chromteilen wird mit Bare-Metalfolie von ACT bei den Seitenstreben, Überrollbügel gearbeitet und bei allem was am Original auch verchromt war.
  • Noch mal zusammenfassend, alle Teile des Bodys komplett kommen auf 21 g !!
  • Der Tiefzieheinsatz mit Sitz für den Fahrer wird erst mit einer Nagelschere zurechgeschnitten und von innen mit normaler Emailfarbe lackiert, erst silber und dann für den Sitz in matt schwarz. Danach wird die ganze Sache eingepasst und mit Sekundenkleber an 2 – 3 Stellen fixiert und später zusammen mit dem Überrollbügels mit 2 - K Epoxykleber dauerhaft verklebt. Ich bevorzuge wie die meisten Sloter Kleber die innerhalb von 5 min abbinden.

Das Chevronchassis muss jetzt ein wenig angepasst werden. Auf folgenden Bildern sieht man das Original 

und das getrimmte Chassis

Zum Trimmen kann man einen Dremel mit kleiner Trennscheibe nehmen oder sich einfach mit einem Cutter vorarbeiten. Danach die Kanten mit einer Feile und Schleifpapier begradigen und entgraten. Außerdem muss für den vorderen Befestigungszapfen ein neues Loch gebohrt werden. Da bei der vom Hersteller vorgegebenen Methode die Karosse nur bedingt flexibel ausgelegt werden kann, hab ich mir folgendes überlegt: Der Befestigungszapfen wird um ca. 4 mm abgesägt 

und danach werden die abgeschnittenen 4mm in das Chassis über dem Loch für die vorderer Schraube wieder eingeklebt.

Danach wird das vordere Bohrloch mit einem Bohrer geweitet und vertieft damit die Schraube versenkt werden kann und nicht mehr aus dem Chassis hervorsteht, wenn man den Wagen entkoppelt.

  • So nun ist alles schööön flexibel wie es sein soll. Da Resine sehr weich ist und die Schraube mechanisch auf den eingeklebten Zapfenteil einwirkt, muss das ganze noch mit 2-K Kleber stabilisiert werden.

Jetzt zum schönsten Teil, den Decals. Ich gebe immer einen Schuss Essig in das lauwarme Wasser um die Decals geschmeidiger zu machen. Die Decals 10 sec in das Wasser geben, danach mit der Pinzette auf ein Papiertuch legen und nochmals 10 – 20 sec feucht liegen lassen. Dann das Papier mit der Pinzette zur richtigen Stelle am Body führen und das Decal mit einem sauberen Pinsel auf die vorher gereinigte, fettfreie Stelle schieben. Nach Prüfung des Sitzes, das Decal mit Küchenpapier trockentupfen. Auf jeden Fall die Decals immer nur einzeln bearbeiten. Bei den Decals von Maxi-Models muss nicht mit Weichmacher gearbeitet werden. Wer es trotzdem gerne machen möchte sollte die Einwirkzeit relativ kurz halten. Das fertige Ergebnis gibt’s hier: Cockpitarmaturen

Totale von vorne

und Fahrerimpressionen

  • Ich habe den Body nach dem Bedecalen noch mit einer dünnen Schicht Gunze Top-Coat versiegelt ...kann man machen muss man aber nicht.

Ach ja der Fahrer. Hier wurde ebenfalls nach der Grundierung mit Humbrolfarben gearbeitet. Die Hauptfarbe ist Nr. 103 matt für den Overall, danach wurden die Schuhe und Handschuhe in Nr. 62 lederbraun matt lackiert und anschließend Helm, Brille und Mundschutz in silber, mattschwarz und ocker ausgeführt. Da es sich um ein Rennfahrzeug und kein Sammelstück handelt wurde hier nicht mit absoluter Sorgfalt gearbeitet, aber der Gesamteindruck ist vollkommen befriedigend

  • Die Windschutzscheibe wurde mit einer feinen Nagelschere (Anm.: nicht die Mutti merken lassen) auf Größe getrimmt, wobei man einfach der leicht vertieften Markierung auf der Folie folgen muss. Für Notfälle liegt bei Maxis immer eine 2. Folie bei, die ich aber noch nie gebraucht habe. Kleine Unebenheiten kann man mit 1000er Schleifpapier ausgleichen. Zum verkleben der Windschutzscheibe auf dem Body benutze ich ausschließlich Micro Kristal Klear von Microscale. Dieser Kleber ist beliebig wasserverdünnbar, härtet komplett klar aus und greift Folie nicht an. Der Kleber wird 50:50 mit Wasser gemischt und auf die leichte Vertiefung am Body mit einem Zahnstocher aufgetragen. Danach wird die getrimmte Scheibe vorsichtig aufgebracht und mit Linierband fixiert. Dann kann man noch stärker verdünnten Kleber mit einem Zahnstocher zwischen die Fuge Body-Schiebe aufbringen. Durch die Kapillarkräfte saugt die Fuge den Kleber förmlich auf. Keine Angst, wenn Kleber etwas höher an die Schiebe gesaugt wird, der weiße Film wird nach dem härten glasklar. Nach dem aushärten des Klebers, das Linierband einfach entfernen und etwaige Kleberreste mit einem feuchten Q-Tip aufnehmen.
  • Das entkoppeln ist eine der wichtigsten Sachen bei Slotcars. Ist die Bodengruppe mit der Karosserie zu stramm verbunden geht nicht viel. Hier kann man sehen wie viel Spiel die Karosse auf dem Chassis mitbekommen hat.
  • Nun noch unsere patentierten Mattenmoosis hinten und vorne, 24 g Blei von unten (tiefer Schwerpunkt) ankleben und fertig ist die Laube.

Die Achsbreite von nur 59 mm lässt noch etwas Platz zu den erlaubten 62 mm unseres Klassik Reglements. Übrigens, der fertige Maxi-Supersport Mc Laren M6 wiegt nur 61g !!!

  • Da wir mit 85g Mindestgewicht fahren waren diese 24 g Blei bitter nötig ;)

 Schöne Autos sollen auch schön wohnen, also habe ich im Netz ein Originalbild eines McLaren M6 von Bruce aus dem Jahre 1967 ausgedruckt und als Hintergrund für die mitgeliefert MRRC Box genutzt.

So macht der Maxi auch eingepackt eine gute Figur

Und hier ist der McLaren M6 zusammen mit seinen anderen Spielkameraden beim Eröffnungsrennen von Hansis neuer Bahn.

Viel Spass beim Nachbauen

 

Bild und Text:

Christoph