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Toyota GTOne

Historie:

Das hier gebaute Modell zeigt die Ausführung des Toyota GT One, wie er 1999 bei den “24 Stunden von Le Mans” den 2. Platz erreichte. Nachdem die beiden vorher führenden Toyota und der in Führung liegende BMW ausgefallen sind.

Maßstab:                    1:24
Bausatz:                      Tamiya
Fahrwerk:                    Plafit Exel “lang”
Schwierigkeitsgrad :    hoch!
Bauzeit:                       ca. 50 Std.
Gewicht:                      ca. 225 Gramm (schwer aber extrem gutmütig)
Kosten:                      
 - Modellbausatz:                                          ca.   60,- DM
 - Plafit-Fahrwerk Exel “lang”                        ca. 100,- DM
 - Lacke:  (Grund./Schw./Rot/Weiß/Klarlack)             ca.   60,- DM
 - Klebstoffe (2-Komp.-, Sek.- u. Modellkleber)          ca.   25,- DM
 - Alu-Felgen “groß”                                      ca.   25,- DM
 - Motor Plafit “Bison” 9-20 Volt                   ca.   18,- DM
 - Motor- u. Achsritzel                                  ca.     6,- DM
 - Fahrerfigur                                                   ca.   10,- DM
 - 2 Moosgummis hinten Sigma “Black Magic”      ca.     8,- DM
              oder slotkeller-”Mattenmoosis”       (ca. 0,08DM)
- Beleuchtungssatz (mit sep. Bremsleuchten)
               4 LED 3mm weiß/4 LED
               3mm rot/Gold Cap 1F/Dioden/
               Spannungsregler/Kondensatoren/
               Widerstände/Kabel                      ca.   35,- DM
gesamt ca. 347,- DM

Und Tschüss....

Tja Leute, die Kosten können schon schocken. Dafür bekomme ich z.B. 5 Fly-Modelle (oder aber auch nur einen BVB-Porsche)!!! Da ich aber während der Bauzeit (ca. 2 Monate) gar keine Lust verspürte andere Modelle zu kaufen, kam das am Ende auf´s Gleiche ´raus. Dafür hat man dann aber einen Ehrfurcht erzeugenden Slotracer, der alles Andere alt aussehen lässt und den man auch am liebsten nachts mit unter´s Kopfkissen nimmt (Vorsicht: “Gicht-Nacken”!!!).

Den Tamiya -Toyota GT One auf die Schlitz-Piste zu bringen war allerdings alles andere als leicht. Zwar hatte ich bereits mit 124er-Lexan-Boliden und 132er Resine-Kits meine Erfahrungen sammeln können, jedoch unterscheidet sich das Bauen eines Hartplastik-Bausatzes hiervon nicht unerheblich, sodass wieder Lernen angesagt war.

Zuerst stand die Auswahl eines passenden Fahrwerks: Carrera? Racegold? Mega? Alles passte nicht in die zerklüftete Karosserie des Toyota GT One. Und ich wollte auf keinen Fall auf die originalgetreue Seitenansicht mit den tief innenliegenden Seitenöffnungen verzichten. Also ein tiefer Griff in´s Portemonnaie und schon war für knapp 100,- DM ein Plafit-Exel “lang” mein Eigen. Nicht ganz billig, zumal ich weder die Felgen/Reifen (laufen jetzt unter einem 132er), noch Motorhalter, Achshalter und Achsritzel gebrauchen konnte. Zudem war kein Motor dabei. Na ja, andererseits ist so ein Plafit-Fahrwerk ´ne Anschaffung für´s Leben - wenn man das Häuschen mal zertrümmert, kommt halt ein Neues d´rauf. 

Dann wurde die Karosserie mit entsprechendem Modellkleber zusammengeklebt. Bitte sehr sparsam mit diesem Kleber umgehen, da er das Plastik anlöst. Zudem sollte man vermeiden, den Kleber zu nah an der Karosserieoberfläche aufzutragen, da sonst beim Zusammenpressen der zu verklebenden Teile angelöstes Plastik aus der Klebenaht an die Oberfläche quillt. Das sieht dann sehr unschön aus.  Anschließend wurde das Fahrwerk mit den benötigten großen Alu´s (Bausatz-Felgen sollten als Felgeneinsätze passen) versehen. Nach Montage und Schleifen der Reifen wurde dann das Fahrwerk vor dem Lackieren grob angepasst. Die Anpassung beschränkte sich hier erst mal auf Radstand, Leitkiel, Achsbreite, Antriebeinheit und “volle” Radhäuser. Hier war der Heckbereich des Toyota das größte Problem, da die Karosserie im Heckbereich sehr flach ausgeführt ist und so gut wie keinen Platz für Motor und Achsritzel lässt. Vom vorgesehenen Sidewinder-Antrieb (Motor quer zur Hinterachse) musste ich mich daher verabschieden. Inliner-Anordnung (längs zur Hinterachse) war Pflicht. In Ermangelung eines entsprechenden Motorhalters wurde der Motor mit 2-Komponentenkleber eingeklebt, was sich bisher als sehr haltbar erwies. Auch der Hinterachshalter mußte komplett umgebaut werden (s. Bild). Wer sein Fahrzeug allerdings bei Langstreckenrennen einsetzen will, sollte zumindest auf den Inliner-Motorhalter aus dem Plafit -Zubehör zurückgreifen, um evtl. einen schnellen Motorwechsel zu gewährleisten. Das Achsritzel konnte nicht größer als 30 Zähne gewählt werden. Eine Übersetzung von 28:8 hatte sich am Ende auf unserer Holzbahn als ideal erwiesen und ließ noch genügend Platz zwischen Ritzel und Karosserie.

Jetzt konnte grundiert und lackiert werden. Dabei sollte man auf jeden Fall Modellbau-Farben (in meinem Fall Tamiya) verwenden, da z. B. Lacke aus dem Kfz.-Handel einen höheren Lösungsmittelanteil haben und das Plastik angreifen könnten. Eine Ausnahme ist hier die Abschluss-Lackierung: Nachdem der Tamiya-Klarlack auf den Decals völlig ausgehärtet ist, kann mit Acryl-Klarlack aus dem Kfz.-Handel eine Abschlusslackierung durchgeführt werden. Diese bringt nochmal einen Hauch mehr Glanz (rein subjektiv) und ist erheblich widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse. Anschließend wurde die Karosserie mit den benötigten Bausatzteilen komplettiert. Da es sich um einen Slotcar und kein Standmodell handelt, ist man gut beraten, die Karosserie an den Klebestellen und den bruchgefährdeten Zonen zu verstärken. Dieses geschah individuell mit 2-Komponentenkleber, Glasfasermatten oder Kunststoffeinlagen. Die gezeigten Bilder geben zudem einen Eindruck darüber, welche Teile zwar nicht notwendiger Weise gebraucht werden, aber erheblich zu Stabilität der Karosserie beitragen.  Beim  Einkleben der Klarsichtteile sollte auf Sekundenkleber verzichtet werden, da dieser einen hässlichen Grauschleier hinterläßt. 2-Komponentenkleber hat sich hier bewährt. Wer sich die Scheiben-Decals vorher ansieht, weiß genau, welchen Scheibenbereich er kleben kann (oberer Dachbereich und unten 1cm vor der B-Säule) , damit der Kleber später von den Decals verdeckt wird und unsichtbar bleibt. 

Alle diese Verstärkungsmaßnahmen - die z. B. bei Lexan- oder Resinekarosserien nicht oder nur beschränkt notwendig sind - tragen zwar zu einem nicht unerheblichen Mehrgewicht gegenüber vorgenannten Karosserien bei, sind aber auf jeden Fall zu empfehlen. Hinweise zum Verarbeiten der Decals und Lackiertipps findet ihr auf unserer Seite unter “Wir bauen ein Resine-Kit”.

Zur“Hochzeit”:  Am schwierigsten fiel die Entscheidung, wie und wo das Fahrwerk an der Karosserie zu befestigen ist. Wer sich den Toyota GT One mal von der Seite anschaut, weiß sofort, was ich meine. Die Seitenpartie ist derart zerklüftet und filigran ausgeführt, dass für mich eine herkömmliche Befestigung an dieser Stelle nicht in Betracht kam. Eine Befestigung nach “Racegold-Art” erwies sich beim Plafit ebenfalls als wenig erwägenswert. Ich hatte zwar mal auf einer Slotcar-Börse etwas “Geniales” gesehen (mit Leiterplatten, o.ä.), entschied mich am Ende aber  für eine Befestigung des Fahrwerks auf den Seitenkästen des Fahrereinsatzes, nachdem dieser mit 2-Komponentenkleber fest mit der Karosserie verbunden wurde (s. Bild).

Die ersten Bedenken hinsichtlich der Stabilität stellten sich als grundlos heraus. Nun konnte die erste Probefahrt auf unserer Holzbahn durchgeführt werden. Der Toyota lag satt auf der Piste und vermittelte den Eindruck, dass ihn nichts und niemand aus dem Slot hebeln könnte (ich hab´s dann bei meinem Eindruck belassen und nicht versucht, das Gegenteil zu beweisen). Der Plafit-Bison-Motor erwies sich (hinsichtlich des doch relativ schweren Toyota) für den Heimbahnbereich als ausreichend kräftig und trieb die Rundenzeiten in den Bereich unserer erheblich leichteren Lexan-Boliden mit schwarzem Bühler-Motor. Einzig störend wirkte die große Geräuschkulisse, die vom Toyota ausging. Diese resultierte aus der Tatsache, dass das Plafit-Exel-Fahrwerk fexibel ausgeführt ist, und die locker aufeinanderliegenden Metallteile die Fahrgeräusche ungefiltert an den Resonanzkörper Plastikkarosserie weitergeben. Abhilfe schafften hier hauchdünne Moosgummistücke, die zwischen die flexiblen Metalteile geklebt wurden und Gummiringe, die an den oberen 4 Anschlagpunkten (siehe weißer Kreis im Bild) gegen die Distanzringe getauscht wurden.

Das Fahrwerk blieb trotz dieser Maßnahme ausreichend flexibel und der Toyota schnurrte anschließend wie ein Kätzchen.  Naja, wenn man sich dann schon mal so viel Mühe mit einem Slotcar gibt, darf natürlich auch eine Dauerbeleuchtung mit ultrahellen weißen LED´s und Bremslichtfunktion nicht fehlen. Zu den entsprechenden Bauplänen einer solchen Dauerbeleuchtung weisen euch unsere Links. Oder ihr wartet, bis wir demnächst unsere “ultmative Beleuchtungs-Seite” für den absoluten Laien (alles im Bild, ohne “Fachchinesisch”, mit Einkaufsliste und Bezugsquellen) aufspielen. Sollte euch dieser Beitrag dazu bewogen haben, auch mal das “Abenteuer” Toyota GT One oder einen anderen Bausatz zu verwirklichen, schickt uns doch mal entsprechendes Bildmaterial. Wir werden dieses dann auf unserer Seite veröffentlichen.

Und los geht’s mit nem fetten Burn-Out.....

Auch im Dunkel sehenswert! Die Dauerbeleuchtung des Toyota GTOne

So und nun viel Spaß beim nachbauen!

Hansi

Hier die erste Einsendung eines weiteren Toyo Gt One von Joachim Welsch. Auf der Bahn könnt Ihr dieses Fahrzeug im Rennbahncenter Trier sehen!

Ein weiterer Bruder stammt von Markus Meier. Er rollt bei der “IG Pole Position” in Königsbronn über die Piste. Er ist mir abschaltbaren Licht ausgestattet.

Neuzugang von H. Böhme: Eine GTOne mit Bison und Ortmännern, dazu Dauerlicht von Overdrive incl. Bremsleuchten.

Sehr gut: Das MoMo KJ1 EVO. Damit entfallen die Tricksereien die Hansi machen musste um sein Chassis unter die Haube zu bringen. Das macht diesen Bausatz vielleicht auch für die nicht ganz so versierten Bastler interessant.

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