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Lexan auf Mega.

Bau eines „White-Point“ Lexan-Boliden mit Mega Fahrwerk

Vorab wollen wir einmal das völlig zu Unrecht unterbewertete Mega-Fahrwerk würdigen, das (mit einem Bühler RS-Motor bestückt) im Falle eines sorgfältigen Aufbaues auf unserer Holzbahn so manchem gleichmotorisierten Plafit-Fahrwerk um die Ohren fährt - und das bei einem Bruchteil dessen Preises. So, jetzt geht´s zur Sache:

Bearbeitung von Lexankarosserien:

 Die Radkästen werden mit einer Nagelschere ausgeschnitten, gerade Kanten mit einer geraden Schere. Die geschnittenen Kanten werden anschließend mit Schmirgelpapier nachgeschliffen und überstehende Grate mit einem Cutter-Messer abgeschabt.

 

Bemalen der Lexankarosserie:

 Die Karosserie muss nun sehr gründlich mit Spiritus oder Spülmittel gereinigt werden, um Trennmittelrückstände zu entfernen. Wenn man sicher ist , dass die Karosserie sauber ist, am besten noch mal reinigen. Das gilt auch für die mitgelieferten Resine-Anbauteile. Sonst hält die Farbe später nicht richtig, deckt schlecht und kann abplatzen. Zum Bemalen von Lexan werden spezielle Lexanfarben verwendet - für kleine Bereiche tun´s auch Kunstharzlacke (z.B. aus dem Modellbaubereich von Revell, Humbrol, etc.) - alles andere würde abplatzen. Zum Linieren nehmen Profis einen Spezial-Tuschestift „Rothring Isograph P, Strichstärke 0,35“ der allerdings preislich mit ca. 85,- Euro (incl. Tusche, etc.)!!! erheblich aus dem Rahmen fällt. Mit diesem Stift könnte man dann von außen linieren, da die Tusche in das Lexan einzieht - nur darf man sich dann nicht vermalen. Eine spätere Korrektur durch Radieren oder Kratzen würde auf der Karosserieoberfläche negativ in´s Auge fallen.

Unsere Autos werden alle von innen mit einem feinen wasserfesten Stift (wichtig: lichtecht) liniert. Von außen würden sich die wasserfesten Stifte mit der Zeit „abgreifen“. Von innen linieren ist allerdings etwas schwieriger - aber mit Muße geht auch das. Wer sich mit dem wasserfesten Stift mal innen vermalt hat, kann den Fehler problemlos mit einem Radierstift korrigieren. Wenn später von innen die Lexanfarbe aufgetragen wird, ist die Korrekturstelle nicht mehr zu sehen - nur im Scheiben und Lampenglasbereich sollte man ein Radieren vermeiden, da der dann „milchige“ Bereich nicht überlackiert und somit sichtbar wird. Nur im Lampenbereich könnte man eine Korrektur kaschieren, indem von innen 2-Komponentenkleber (Uhu-Schnellfest) auf die betreffende Stelle gestrichen wird. Der positive Effekt dabei ist, dass sich sogar ein verstärkter Lampenglaseffekt einstellt.

Auch diese Linierung ist wie oben beschrieben durchgeführt worden!!

Die „Hochzeit“:

Große Sorgfalt und Aufmerksamkeit gilt dann später auch der „Hochzeit“, wenn Chassis und Karosserie zusammengebracht werden. Denn die Räder sollen ja satt in den Radhäusern liegen und nicht an der Karosserie schleifen. Späteres Korrigieren ist dann immer sehr schwierig. Also lieber gleich richtig machen: Die Karosseriehalter werden mit einem Streifen Moosgummi beklebt (Pattex oder anderer Kontaktkleber). Jetzt kommen die Karosseriehalter seitlich an das Chassis - die Schrauben werden aber noch nicht ganz fest angezogen. Du legst anschließend das Chassis in die Karosserie und richtest die Karosseriehalter aus. Jetzt werden die Schrauben fest angezogen.  Nun werden einige Streifen Klebeband übereinander in die Radhäuser geklebt, bis die Klebebandstärke den gewollten Spalt zwischen Rad und Radlauf erreicht hat. Wenn die Reifen auf den Endumfang geschliffen sind, wird das Moosgummi an den Karosseriehaltern mit 2-Komponentenkleber (Uhu-Schnellfest - die blaue Packung) bestrichen. Dieser 2-Komponenten-Kleber lässt sich bis zur Aushärtung noch ca. 5 Min. korrigieren. Nun wird das Chassis wieder in die Karosserie gelegt und in Ruhe korrigiert, bis alles passt. Circa 5 Min. nach den Anrühren fängt der Kleber an hart zu werden. Bis dahin muss halt das Auto in der Positionierung festgehalten werden - besser noch 5 Min. länger. Nach ca. einer halben Stunde kannst Du dann die Schrauben der Karosseriehalter lösen und das Chassis entnehmen, um die Klebestreifen aus den Radhäusern zu entfernen. Die Schrauben müssen dazu nicht völlig rausgeschraubt werden. Es reicht, diese eine Umdrehung zu lösen, um das Chassis zu  entnehmen. Wartungsarbeiten sind so schnell machbar.

 Jetzt nur noch ein paar Kleinigkeiten und der Bolide kann auf die Piste:

 Leitkiel so weit wie möglich nach vorne. Darauf achten, dass der Leitkiel satt im Slot liegt und die Vorderräder nur so eben auf der Fahrbahn liegen oder auch einen Hauch über der Fahrbahn schweben . Zur Not muss der Leitkiel halt mit einer Unterlegscheibe unterlegt werden. Die Vorderräder können auch mit Sekundenkleber „Gel“ bestrichen werden, um diesen den störenden Gripp zu nehmen. Die Achslager des Mega-Fahrwerks sitzen oft nicht ideal in einer Flucht, was zur Folge hat, dass die Achse sehr schwergängig ist. Das hat einen erheblichen Leistungsverlust zur Folge - im Extremfall kann der Motor sogar „verbrennen“. Dieses Problem wird gelöst, indem die Lager eingeklebt werden und dann z.B. ein Kreuzschlitzschraubendreher oder Stahlbohrer mit 3mm Durchmesser (den aber nur mit der Hand) langsam in die Achslager gedreht wird. Wenn die Hinterachse von einem Achslager zum gegenüberliegenden Achslager geschoben wird , ist zu erkennen, in welche Richtung die Achse aus der Flucht läuft. Das kann dann mit den o.g. Mitteln korrigiert werden. Aber langsam und behutsam vorgehen, damit nicht zu viel entfernt wird und die Achse in den Lagern „schlabbert“. Das wäre nicht gut. Der Fahrereinsatz kann z.B. mit Klettband befestigt werden, was ein schnelles Entfernen (zur Reinigung) und Wiedereinsetzen gewährleistet. Sonst tut es auch Klebenband.

 

 Der Optik-Tipp:

  Auspuffendrohre, die nicht im Lieferumfang enthalten sind, lassen sich sehr realistisch mit 4mm-Aderendhülsen (Baumarkt)  nachbilden. Es wird an der entsprechenden Stelle am Heck ein 4mm-Loch gebohrt, die Aderendhülse von innen nach außen durchgeschoben und mit 2-Komponenten-Kleber (Uhu-Schnellfest) befestigt. Bis zum Aushärten können die Endrohre noch ausgerichtet werden. Es wirkt noch realistischer, wenn die Endrohre innen geschwärzt werden.

 

 Der Anti-Schrott- und Schnellwartungs-Tipp:

 Bei harten Einschlägen neigt auch das sonst so robuste Lexan zu Rissen in der Karosserie. Dieses lässt sich weitgehend vermeiden, wenn man folgendermaßen vorgeht: Das Chassis wird fest an die Karosserie geschraubt und anschließend alle Schrauben wieder um eine Umdrehung gelöst. In diesem Zustand wird das Chassis wieder entnommen und die Schrauben der Karosseriehalter am inneren Gewinde gegen ein Lösen mit Sekundenkleber oder 2-K-Kleber gesichert. Jetzt kann das Chassis wieder eingeklickt werden und hält, ohne die Schrauben wieder anzuziehen. Die Flexibilität, die jetzt zwischen Karosserie und Chassis entstanden ist, ist gewollt und wirkt sich i. d. R. positiv auf das Fahrverhalten aus, da evtl. Verspannungen gelöst werden. Der Anti-Schrott-Effekt setzt jetzt bei einem harten Zusammenstoß oder Abflug ein, weil sich die Karosserie sofort aus den Schraubverankerungen löst und die Wucht des Aufpralls überwiegend auf das stabilere Chassis trifft. Die Karosserie lässt sich dann in Sekundenschnelle wieder einklicken und weiter geht´s. Damit hätten wir auch schon den Schnellwartungs-Tipp behandelt, denn auf diese Weise gelangt man auch in Sekundenschnelle an die wartungsintensiven Bereiche von Achse, Motor und Leitkiel. So hat man dann „3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen“.

 

Der Gripp-Tipp:

 Auf unserer Holzbahn hat es sich bewährt, das Mega-Fahrwerk mit ca. 15-20 Gramm Blei zu beschweren . Dieses führt zumindest auf Holz zu einem gutmütigerem Fahrverhalten und - trotz des Mehrgewichts - zu schnelleren Rundenzeiten. Dazu schneidet man sich eine entsprechende Matte Walzblei (Baumarkt/Dachdeckerbedarf) zurecht und klebt diese ganz hinten (unterhalb der Achse) unter das Chassis. Wenn das Chassis vorher entfettet wurde, reicht in der Regel doppelseitiges Klebeband für dauerhaften Halt.

 

So, jetzt viel Spaß. Bei weiteren Fragen schickt mir einfach eine Mail

 

Hansi 

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