Lister Storm – Cup

 

- ein überraschend einfaches Schnell -Tuning -

 

Neulich brauchte ich zum Komplettieren eines Bausatzes ein paar Ersatzteile, wie z.B. einen Fly-Motor, einen Fahrer und ein paar Felgen zum Fertigen von Felgeneinsätzen. Was bot sich da besser an, als das Schlachten eines der billig bei Ebay ergatterten Lister Strom, die mit ihren Frontmotoren und Fly-üblich krummen Felgen sowieso zu nichts zu gebrauchen sind - so dachte ich jedenfalls.

Also – Motor raus, Hinterreifen runter und vor dem Abziehen der Felgen mal kurz aus Gewohnheit an der jetzt freilaufenden Hinterachse gedreht ............ Moment mal ............!!! Hatte ich da gerade wirklich eine runde Fly-Felge gesehen??? Noch mal probiert – tatsächlich – beide Felgen total rund !!!

Das konnte eigentlich nur ein Zufall sein. Also wurden zur Untermauerung des Zufalls die Hinterachsen aller meiner anderen Lister Storm, die bis dato nur ein Schattendasein fristeten, untersucht. Alle total rund!!! Unglaublich und bisher nur beim Lister Storm gesehen! Damit waren alle meine Lister Storm holzbahntauglich, ohne das unser aufwendiges "Felgen-Zentrierungsprogramm" (s. Bericht auf unserer HP) nötig gewesen wäre.

Damit war die Idee eines in "null-komma-nichts" zu realisierenden Lister-Cups geboren.

Mit den nachfolgend genannten Maßnahmen waren alle meine Lister in jeweils ca. 40 Minuten (für Kunststoffbahnen) bzw. 60 Min. (für Holzbahnen) rennfertig präpariert.

Da bei dieser Schnellpräparation ein aufwendiges Abspecken des Fahrereinsatzes nicht in Frage kam, musste viel Blei ins Chassis, um einer zu erwartenden Kippneigung entgegenzuwirken. Immerhin brachte die Karosserie mit dem Fahrereinsatz stolze 32 g auf die Waage. Kein Problem, denn für viel Blei bietet der Lister Storm genügend Platz. Der Lister-Storm ist dann ausreichend gutmütig, was für eine zahlreiche Zielankunft natürlich unverzichtbar ist.

 

Los geht´s:

Für die "flexible" Befestigung (garantiert gutmütigeres Fahrverhalten):

- Grilleinsatz seitlich gekürzt, da dieser sonst zu stramm in der Karosse sitzt. vorher:

 

nachher:                                                                   

Schraublöcher im Chassis auf 3mm geweitet vorher:                     

nachher:                                      

Für die Gewichtsoptimierung: - Motorattrappe raus

(bei farbigen Karosserien wegen der besseren Optik die hinteren Schraubzapfen schwärzen – z.B. mit einem wasserfesten Stift)

Magnet raus und die Haltestege entfernen, um Platz für das Blei zu schaffen

mit Blei je nach Vorliebe trimmen; ich hab´s wie im Bild gemacht

Für die Vorderachsoptimierung:

Zahlreiche Tests hatten ergeben, dass mit der Beibehaltung der vorderen Einzelradaufhängung (ohne Magnetbetrieb) ein gutmütiges Fahrverhalten auf Holz nicht realisierbar ist. Immer wieder sprangen die Lister aus dem Slot, wenn die Bahn anfing, Grip aufzubauen – obwohl auch die vorderen Felgen schön rund sind. Abhilfe verspricht hier einzig eine vordere Starrachse, der lediglich ein Teil der Motorwelle im Wege steht. Diese ist schnell an einer Schleifmaschine oder mit einer „Knipex“-Zange gekürzt. Achse rein – fertig!!

vorher:

nachher:                                       

Das Fahrverhalten ist sofort erheblich gutmütiger und eine reichhaltige Zielankunft gesichert.

 

Für die Optimierung der beweglichen Teile:

Sofern sich die Achslager und insbesondere das Motorwellenlager in den Aufnahmen bewegen, sollten diese mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber fixiert werden. Der Getriebelauf ist beim Inliner-Antrieb oft sehr rau. Wer sich ein aufwendiges Einlaufen des Getriebes ersparen will, kann die Zähne des Motorritzels entgraten, indem z.B. ein Cuttermesser über die Kanten gezogen wird.

Der Getriebelauf ist danach sofort weicher. Zum Schluss werden die Reifen mit ein paar Tropfen Sekundenkleber-Gel (geht gut mit einem Zahnstocher)auf der Felge fixiert und geschliffen.

Jetzt noch etwas Öl (auch hier hilft ein Zahnstocher) auf die Achs- und Motorwellenlager – fertig.

Jetzt nur noch die Karosserie auf das Chassis schrauben. Die 4 Schrauben festziehen und für die "flexible" Befestigung, dann wieder um eine Umdrehung lösen. Sollten die Schrauben mal zu locker sitzen und die Gefahr bestehen, dass sie im Fahrbetrieb verloren gehen, so wird vorher ein kleiner Tropfen Sekundenkleber-Gel in die Löcher der Schraubzapfen eingebracht.

Abschließend werden alle Räder auf Freilauf geprüft.

So – nach knapp 40 Minuten ist mein Lister für die Kunststoffschiene rennfertig und bereitet viel Spaß!!!

 

Für die Holzbahn:

Hier empfiehlt sich, den Leitkiel hinsichtlich der Slottiefe etwas zu verlängern. Durch das Quetschen mit einer Rohrzange oder in einem Schraubstock hat man den Leitkiel schnell ca. 2 mm tiefer im Slot.

vorher:

nachher:

Mit einer entsprechend aufgefeilten Unterlegscheibe gewöhne ich dem Leitkiel zudem das Wackeln ab.

Diese Maßnahmen dienen der besseren Spurführung an den meist breiteren Slots der Holzbahnen.

Für denjenigen, der wie wir ausschließlich mit Moosgummi fährt, bleibt dann allerdings noch das Entfernen der Felgenstege und das Verkleben und Schleifen der Reifen.

Mittlerweile wurde die Lister Storm – Rennserie in unserem Vielfältigkeits – Cup eingesetzt.

Kurz erklärt: Im Vielfältigkeitscup werden die verschiedensten Modelljahre, Hersteller oder Maßstäbe eingesetzt, sodass in Verlauf eines Jahres mit allem Rennen gefahren wurde, was unserer Hobby so bietet. Alle Autos werden gestellt und absolut gleich präpariert. Jeder fährt dann mit jedem Auto auf jeder Bahn. Also absolut gleiche Vorraussetzungen für alle. Ist ´ne „Gurke“ dabei, ist´s egal, da sie jeder fahren muss. So kann dann am Ende des Jahres der „Slot-Allrounder“ gekürt werden.

Und natürlich sind das auch sehr gute Tests, wenn es mal darum geht, später eine unserer festen Rennserien auszutauschen.

Die 12 Rennen in der Lister-Storm Saison bestätigten dann auch das, was angestrebt wurde. Viele enge Rennen. Und unser Gastfahrer, der die Bahn nicht kannte, brachte in der Lister Storm Serie die meisten Punkte mit nach Hause, was für die Gutmütigkeit der Autos spricht.

So, das war´s. Es würde mich sehr freuen, wenn dieser kleine Beitrag dazu führen würde, dass bald auch auf anderen Rennbahnen Lister-Cups gefahren werden. Es lohnt sich! Wenig Arbeit und der Lister-Storm macht garantiert viel Spaß!!!

 

Hansi