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Gruppe 5 in 1:32

 Vielversprechende Slotcars für Rennserien:

Wie im wirklichen Leben, so bringt auch im Slotracing die Abkehr von alten eingefahrenen Wegen neue Frische und Motivation. Abwechslungen sind daher wünschenswert und immer herzlich willkommen. Das äußert sich bei uns im slotkeller dahingehend, dass nicht mit aller Gewalt für lange Zeiträume an den vorhandenen Rennserien festgehalten wird, wenn auf dem Markt Fahrzeuge vorgefunden werden, die vielversprechender sind.

Es erfolgen ein Probekauf mit entsprechender rennfertiger Umrüstung und anschließende Testfahrten bei den Rennabenden. Nach erfolgter allgemeiner Zustimmung wird die Serie beschlossen, angeschafft und vereinbarungsgemäß von einer Person identisch oder von jedem individuell und regelementskonform präpariert.
 

Die Gruppe 5 im Maßstab 1:32

am Beispiel des Toyota Celica Gr. 5 von MRRC mit Metallfahrwerk Schöler PUMA-G


Gruppe 5–Boliden versprechen auf Grund ihrer Abmessungen gutmütige Fahrleistungen. Diese sind sicherlich auch notwendig, um im Rennbetrieb viele zeitnahe Zielankünfte zu sichern. Die Gruppe 5 Slotcars von Fly& Co sollten daher mal genauer unter die Lupe genommen werden.


Mittlerweile sind mit dem Toyota Celica (MRRC), Ford Capri und BMW 3,5 CSL (Fly), Lancia Montecarlo (GB-Track) und dem Porsche 935 (Carrera oder als Bausatz auch Revell) eine ausreichende Anzahl von Typen verfügbar, die rein theoretisch ein buntes Starterfeld ermöglichen – zumal auch hier bereits etliche Farbvarianten der jeweiligen Modelle erschienen sind. Erfreulicher Weise steht auch der BMW 320 Gr. 5 von Revell in den Startlöchern und wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Optisch sind alle vorgenannten Modelle in etwa auf gleich hohem Niveau und ergeben insoweit ein schlüssiges Bild. Hier enden jedoch bereits die Gemeinsamkeiten. Denn wirft man einen Blick unters "Blech", ahnt man schon, dass es schwierig wird, ohne großen Aufwand konkurrenzfähige und gleichwertige Autos auf die Bahn zu bringen. Das liegt einerseits an der unterschiedlichsten Motorenanordnung, die wie folgt aussieht:

- Sidewinder (hinten quer) bei Toyota und Lancia, -
 Frontmotor (vorne längs mit Kardanwelle) bei Capri und BMW,
- Inliner (hinten längs) beim Porsche.

Sicher hätte man durchaus – wie wir das bereits mit einem sidewinderangetriebenen Fly Capri praktiziert hatten – unter erheblichem Aufwand die Motorenanordnung angleichen können. Dieses funktioniert aber nicht bei allen Modellen uneingeschränkt in der gezeigten "Capri-Manier".

Andererseits sind auch deren Motorleistungen sehr unterschiedlich:

- Fly/GB Capri, BMW und Lancia mit Mabushi FC-130 ED / ca. 21.500 U/min bei 144 mA
- MRRC Toyota mit Scaleauto SC-06 / ca. 32.000 U/min bei 252 mA
- Carrera Evo Porsche mit Mabushi FC-130 CD / ca. 20.200 U/min bei 132 mA

(Daten entnommen der Motorenübersicht aus COL 02/04)


Dazu kommen die unterschiedlichen Ausführungen der Motorengehäuse mit kopfseitigem oder gehäuseseitigem Antrieb. Spätestens jetzt hat auch der letzte Optimist jegliche Hoffnung verloren, mit geringem Aufwand und seriennah eine Gruppe 5-Serie ins Leben zu rufen, deren Fahrzeuge annähernd gleiche und untereinander konkurrenzfähige Fahrleistungen bringen.

Eine Ignoranz der vorgenannten Fakten würde aber - wie man es bei vielen Rennserien schon beobachten konnte - unweigerlich dazu führen, dass die Teilnehmer wieder nur den stärksten Fahrzeugtyp einsetzen, der dann ausschließlich und nur in verschiedenen Farbvarianten auf der Bahn zu sehen ist. Hier im Slotkeller ist aber eine Typenvielfalt ausdrücklich erwünscht und daher Pflicht. So blieb halt nur die Option, solch eine Rennserie auf Metallfahrwerke zu stellen. Gleichzeitig hieß es aber auch, die Kosten so gering wie eben möglich zu halten.

Als Anschauungsobjekt soll hier der Toyota Celica Gr. 5 von MRRC dienen:

Nach einiger Rechnerei fiel dann die Wahl auf das kleine Schöler-Chassis PUMA-G. Hier wiederum wurde die kostengünstigere Variante ohne Messingplatte gewählt, da schon das Grundmodell mit verzinkter Stahlplatte den Schwerpunkt der relativ leichten 132er Aufbauten ausreichend nah zur Fahrbahn bringt. Hier hat man die Option, ein vormontiertes Chassis zu ordern (Preis ca. 23,- €) oder aber selbst zu schrauben (Preis ca. 15,- €). Der Aufpreis für die Messingvariante liegt jeweils bei ca. 5,- €.

 Tipp:  Beim Schöler-Chassis in der günstigeren Selbstschrauber-Variante muss man allerdings aufpassen , dass neben dem Schraubensatz auch an die Distanzen für die "Rüttelplatte" gedacht wird. Viele ahnungslose Slot-Dealer schicken das Chassis sonst (nicht besser wissend) unvollständig auf die Reise.

Da ich Metallfahrwerke bereits schon unter optisch erheblich kleinere Fahrzeuge montiert hatte, ist mir im Vorfeld ein genaues Nachmessen nicht in den Sinn gekommen. Ein Fehler, wie sich später herausstellte, denn bei Eintreffen des bestellten Schöler-Chassis wurde schnell klar, dass die enorme Breite der Kotflügel über die tatsächlichen Gegebenheiten hinwegtäuschte. Die sogenannte "Wespentaille" der Gruppe 5-Autos lässt überraschend wenig Platz. Das Schöler-Chassis benötigte mindestens 48 mm – und das bereits ohne dämmendes Moosgummi. Das war knapp!! So knapp, dass es z.B. beim Toyota Celica mit 48 mm auf den Millimeter genau passte.

Jetzt galt es, erst mal den Toyota als Testobjekt auf die Bahn zu bringen: Das Chassis wurde montiert und mit den nachfolgend genannten Zurüstteilen komplettiert:

Motor:

Als Antrieb wurde auf den bewährten, günstigen und ausreichend kräftigen Plafit-Fox (27.300 U/min bei 232 mA) zurückgegriffen, der auf Grund seiner kompakten Bauform und bei der Wahl der richtigen Getriebeübersetzung 9:34 prima zu den 132er Fahrzeugen passt. Preis ca. 8,- €

Getriebe:

Vom Preis/Leistungsverhältnis waren die Sigma-Getriebe immer OK. Zudem sind sie (die richtige Einstellung vorausgesetzt !!!) sehr langlebig. Vor einiger Zeit wurde das Programm vom Hersteller überarbeitet und der Rundlauf verbessert. Bei uns wurde die Übersetzung 9:34 gewählt. Die Übersetzung ist aber immer eine Sache der persönlichen Vorlieben und des jeweiligen Bahnlayouts. Preis ca. 3,- €

Leitkiel:

Diesen gibt es in Heimbahn- (schmal und kurz) und Clubbahnausführung (tief und breit). Bitte Schleifer und Kabel nicht vergessen! Preis ca. 2,50 €

Hinterachse:

Hier kam die gehärtete 3mm Achse von Sigma in der 45 mm breiten Ausführung zum Einsatz. Preis ca. 1,20 €

Vorderachse:

Diese wurde (bis auf die Reifen) im Originalzustand belassen und – wie später beschrieben - mit den Originallagern ins Chassis eingeklebt. Hier geht man hinsichtlich des Fahrverhaltens und der Qualität des Umbaus keinerlei Kompromisse ein. Im Gegenteil: Ich spare hier sogar an ungünstiger Stelle etwas Gewicht ein, dass ich im Chassis günstiger platzieren könnte. Die gesparten 10,- € für sonst zusätzlich benötigte Felgen, Achslager und Achse sind nicht zu vergessen. 

Reifen:

Mit unseren "Mattenmoosis" gab es die Reifen quasi zum Nulltarif.

Felgen:

Auf die Hinterachse wurden dann zwei Töpfchenfelgen (Innendurchmesser 15 mm/ Breite 13 mm) geschraubt, in die dann die Felgeneinsätze passten, die aus den Originalfelgen gefertigt wurden (s. Tipps und Tricks/Felgeneinsätze fertigen) Vordere Felgen s. u. "Vorderachse". Preis ca. 6,- €


Achslager vorne:

 s. Vorderachse

Achslager hinten:

Die Wahl fiel nicht schwer, da die verwendeten Kugellager (6x3x2,5 mm) – deren entscheidender Vorteil in der Wartungsarmut liegt - pro Stück (jetzt festhalten !!!) nur 1,25 € kosteten. Damit waren sie nicht teurer als die Lager aus Messing&Co. Allerdings ist dieser Preis nur mit bundlosen Kugellagern zu realisieren, die aber - wie später beschrieben - mit ein wenig Aufwand zu montieren und von der Qualität her völlig ausreichend sind. Warum Kugellager mit Bund um ein Vielfaches teurer sein müssen, ist mir nicht bekannt.

In meinem Fall lag der Gesamtpreis für das komplette Chassis bei ca. 40,- €. Viel günstiger wird´s nicht mehr gehen.

Zum Einkleben der Achslager:

Wer sich die beiden nachfolgende Fotos genau anschaut, weiß eigentlich schon wie´s gemacht wird.

 Trotzdem kurz erklärt: Zunächst brauche ich ein kleines stabiles Kunststoffplättchen. Ich nehme hierfür die schwarzen Kunststoff-Winkelleisten aus dem Baumarkt. Diese sind recht günstig (so ´ne Leiste reicht für´s Leben), von der Beschaffenheit sehr zäh, trotzdem gut zu bearbeiten und lassen sich mit meinem Sekundenkleber-Gel schön fest verkleben. Es gibt da aber sicherlich auch ähnlich Geeignetes. Dieses Kunststoffplättchen schneide ich zurecht (1 x 1,2 cm ist meistens OK) und bohre mittig ein 4 – 5 mm großes Loch. Das Kunststoffplättchen schleife ich dann kurz an und klebe es von innen gegen die 6mm große Achslageraufnahme im Chassis. Wenn ich jetzt von außen durch die Achslageraufnahme schaue, sehe ich den innenliegenden Kunststoffrand des aufgeklebten Plättchens gegen den ich jetzt das einzusetzende Kugellager drücke. Die vorderen originalen Kunststoff-Achslager sollten mit Sekundenkleber-Gel fixiert und anschließend mit 2K-Kleber fest verklebt werden. Das Einkleben der hinteren Kugellager sollte sehr sorgsam erfolgen, damit kein Kleber in die offenen Lager gelangt. Ein Hauch Sekundenkleber-Gel (oder auch 2K-Kleber) sollte reichen, da im Fahrbetrieb bei Kurvenfahrten sich ausschließlich Richtung Chassismitte ein Druck entwickelt, dem das eingeklebte Kunststoffplättchen entgegen steht.

Das alles geht erheblich schneller und leichter, als es sich hier anhört. Wem das trotzdem zu kompliziert ist, der muss halt auf die wesentlich teureren Kugellager mit Bund zurückgreifen und die ca. 10,- € mehr für eine komplett neue Vorderachseinheit ausgeben.

Nun bleibt nur noch das Problem des Fahrereinsatzes zu lösen. Die Unart der voll ausgeformten Fahrereinsätze, die man ja nun wirklich von außen nicht erkennt, hat sich leider bei fast allen Herstellern durchgesetzt.

Jetzt hat man die Wahl, einerseits zur Kostenminimierung (bei gleichzeitiger Fleiß-Maximierung) den originalen Fahreinsatz entsprechend abzuspecken, oder aber man investiert andererseits in einen Fahrereinsatz aus Tiefziehfolie, der je nach Ausführung noch das eine oder andere Gramm an ungünstiger Stelle einsparen kann. Natürlich muss auch hier zur optischen Gestaltung noch etwas Arbeit erbracht werden. Für welche Variante ich mich hier entschieden habe, ist unschwer zu erkennen.

Bei den ersten Testfahrten legte der Toyota dann auch sofort das erwartete gutmütige Fahrverhalten an den Tag, dass im Rennbetrieb viele Zielankünfte sichern dürfte. Eine Kippneigung war nicht vorhanden. Wie stark ein Slotcar zu driften hat, bleibt eine Sache des persönlichen Geschmacks. Hier kann Jeder durch die Wahl der Reifen auf einfache Weise den jeweiligen Vorlieben entsprechen. Wie auch immer diese Vorliebe aussieht - die Mitbewerber können sich schon mal an die Heckansicht gewöhnen.

Fazit: Sehr empfehlenswert !!!

Quellen: Die Kugellager habe ich bei Ralf Lange´s "R.L. Slot-Racing " (www.rl-slotracing.de / Tel.: 02261/47525) gefunden. Hier sind meist auch die anderen benötigten Teile zu bekommen, die man aber auch bei allen gut sortierten Slothändlern erhält. Hier will ich mal den Axel Umpfenbach ("Umpfi´s Slotbox (www.slotbox.de / Tel.: 02204 – 952811) herausheben, dessen Seite mit all den Tipps, Tricks und ausführlichen Erklärungen zu den angebotenen Produkten beispiellos ist. Hier ist offensichtlich jemand am Werk, dessen Interesse weit über das Verkaufen hinausgeht. Weiter so !!!

Wie immer sind wir für Anregungen und konstruktive Kritik offen und dankbar. Sollte jemand inspiriert worden sein, so freuen wir uns auch über entsprechende Erfahrungsberichte und Bilder, die dann unter dieser Rubrik veröffentlicht werden.

Viele Grüße aus dem Slotkeller

Hansi

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