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Lola T260.

Vorab mal die wichtigsten technischen Daten des 1:1 Vorbildes:

 - Chevy-V8 Motor
- 8180 cm3
- 760 PS
- bei 7000 U/min

Von der Optik her überrascht der 1:32er Lola mit einer Größe, die im Vergleich zu einem Fly-Klassiker vermuten lässt, dass Vanquish MG eher ein Modell im Maßstab 1:28 gebaut hat.

Doch schon nach Erscheinen des Porsche 917/10 von Fly und dem Vergleich zum erheblich größeren 917/10 von Fleischmann, stellte man sich die Frage, wer denn hier vom Maßstab derart danebenliegt.

Anscheinend ist es nicht so einfach für die verschiedenen Hersteller die Maßstäbe einzuhalten, anders sind die Größenunterschiede wohl nicht zu erklären.

Der Lola T260 besticht durch eine makellose Optik und ist ein echter Hingucker. Der große Frontflügel unserer “Riverside”-Ausführung dürfte allerdings bereits dem ersten Einschlag zum Opfer fallen. Also - besser sofort demontieren und nur für die Vitrinenoptik wieder einstecken.

Ich habe zwar bereits eine flexible Montage des Frontflügels ersonnen, wobei der Flügel beim Einschlag seitlich oder nach oben wegklappt und anschließend wieder in die Grundstellung federt. Dieses ist aber noch in der Erprobungsphase und will noch einige Rennabende getestet werden, bevor wir dieses als Basteltipp weitergeben.

Das Auto wird einfach auf den Haken eingerastet.

Als damals die neuen Modelle von Vanquish MG angekündigt wurden, nahm man ungläubig zur Kenntnis, dass die Fahrzeuge mit einem Hinterachs-Differential !!! ausgestattet werden. Da war ich natürlich gespannt. Also - raus aus der Dose (die neuartige Fahrzeugsicherung ist einfach genial !!!), ab auf die Bahn und die erste Runde gedreht: Oh Schreck - der Spassfaktor geht gegen Null und steht im krassen Gegensatz zur tollen Optik. Der Lola rattert beim Beschleunigen und bringt keinen Gripp auf die Bahn. Ursächlich für den fehlenden Gripp dürfte die Reifenlauffläche sein, die zur Mitte hin einen Hauch konisch zuläuft und in der Mitte einen schmalen Gußgrad aufweist.

Da hatte ich doch etwas Anderes erwartet. Auch die Tatsache, dass die Litze unserer Holzbahn keine Magnethaftung zulässt, ist da keine Entschuldigung - zumal ich davon ausgehe, dass der Kreis der eingefleischten Magnetfahrer eher eine Minderheit darstellt.

Nach dem Lösen sämtlicher Schrauben hält man dann 4 Grundmodule - nämlich Bodenplatte, Motor-/Leitkielhaltereinheit, Fahrereinsatz mit seitlichen Karosserie-flanken und die Karosserie in den Händen.

Es fällt sofort auf, dass das Fahreinsatzmodul zwar sehr detailliert ausgeführt ist, die Hälfte davon aber eh von der Karosserie verdeckt wird. Hier sollte man sich sofort von überflüssigen “Pfunden” trennen. Alles was von außen nicht sichbar ist, wird weggebohrt, -geschnitten, -gefeilt und dadurch der Schwerpunkt nach unten gebracht. Anschließend ist es ratsam, den Fahreinsatz incl. der seitlichen Karosserieflanken und die Karosserie mit 2-K Kleber zu verbinden. Das schafft Stabilität und lässt - wie später beschrieben - einen “flexibel” ausgeführten Betrieb zu. Dieses bringt erhebliche Vorteile mit sich - vorrausgesetzt das Rennreglement lässt dieses zu.

Wie erwartet, ließen sich die Reifen mit dem Differential nicht schleifen. Also wurden die Felgen vom Hinterachs-Differential abgezogen, gesondert rundgeschliffen und anschließend wieder montiert. Eine erneuter Fahrversuch ließ keine Verbesserung erkennen. Die erheblichen Unwuchtigkeiten sind daher eindeutig dem Differential zuzuschreiben und leider mit meinen Mitteln nicht zu beheben.

 Fazit: Im magnetlosen Betrieb mit Differential wird der Lola nicht mal mäßigen Slotracing-Ansprüchen gerecht und gestattet lediglich Slotracing auf Sparflamme.

Es muss jedoch eingeräumt werden, dass diese Mängel auf einer Kunststoffschiene eventuell weniger brutal zu Tage treten, denn im Gegensatz zur starren Holzbahn, werden bei der doch relativ flexiblen Kunststoffschiene Unwuchtigkeiten im gewissem Maße kompensiert – das gilt erst recht im Magnetbetrieb.

 Tja - es treibt einen die Tränen in die Augen - aber ohne Magnet und erst recht im Holzbahnbetrieb muss das Differential raus!!!

Ein Hinweis für diejenigen, die sich nicht von ihrem Differential trennen können:

 Laut Angaben des Importeurs, sollte das Differential nicht geölt werden!!!

Da ich entschieden hatte, mich vom Differential zu trennen, muste ich noch Investitionen in Höhe von ca. 7,- Euro für Achslager, gehärtete Achse und Spurzahnrad tätigen. Ich hab´ mich hier für die 3mm-Variante entschieden, da die 3mm-Achslager von Plafit genau in die Achslageraufnahmen des Differentials passen.

Im Einzelnen sind das: 3mm Messing-Achslager von Plafit, gehärtete 3mm-Achse von Sigma und Spurzahnrad 30 Zähne von Sigma.

Bevor´s weitergeht, sollte man auch Bodenplatte und Motor-/Leitkielhalter miteinander verkleben. Hier hat sich Sekundenkleber-Gel bewährt. Dieses wird aufgetragen, nachdem der zu klebende Bereich des Motor-/Leitkielhalters durch “Umfahren” mit einem Bleistift auf der Bodenplatte markiert wurde.

Ein anschließendes Versteifen der Achslageraufnahmen z. B. mit Kunststoffplättchen und 2-K Kleber ist von Vorteil. Jetzt werden die Achsaufnahmen der Felgen auf 3mm aufgebohrt. Dieses ist der Part, dem die größte Sorgfalt zukommen sollte. Es muss zentral und gerade in die Felge gebohrt werden, sonst eiern die Felgen später auch auf der geradesten Achse. Ich mach das immer mit einen Kreuzschlitz-schraubendreher mit 3mm Durchmesser, den ich entlang eines rechtwinkligen Dreiecks vorsichtig in die Achsaufnahme der Felgen drehe. 

Sollte hier wirklich mal was schief gehen, ist aber auch das reparabel. Dazu findet ihr demnächst auf unserer Seite unter “Tipps und Tricks / Krumme Räder” einen gesonderten Beitrag.

Oder aber man investiert noch in 2 Alu-Felgen mit 3mm-Achsaufnahme (Breite bis 15 mm möglich !!!) und 14 mm Innendurchmesser, in die dann 2 Felgeneinsätze kommen, die man aus den Originalfelgen (14 mm Außendurchmesser) gewinnt.

Nachdem Achslager, Achse und Spurzahnrad montiert sind, werden die Felgen auf die Achse montiert. Die Kunststofffelgen sollten vor der Reifenmontage bei laufendem Motor nochmals (z. B. mit einen Cutter oder Schleifpapierplättchen) abgezogen bzw. geschliffen werden, um auch die letzten Unwuchtigkeiten zu beseitigen. Erst jetzt werden die Reifen (bei mir die slotkeller “Mattenmoosis”) aufgeklebt und rundgeschliffen.

 So - alles mal kurz zusammengeschraubt und zum nächsten Test auf die Bahn. Eine Wohltat: Der Lola schnurrt davon und macht schon jetzt einen Riesenspaß.

Nun kann auch der erste Eindruck von der Motorcharakteristik gewonnen werden. Von der Baugröße her, hatte ich die Motorcharakteristik eines Ninco NC-2 erwartet. Zumindest in der vorliegenden Getriebeübersetzung ist dieses aber nicht der Fall. Meinen persönlichen Vorlieben entsprechend, lässt sich der Lola schon bei 12 Volt ausreichend flott und harmonisch um die Bahn bewegen und hat nicht das brutale Beschleunigungs- und Bremsverhalten wie der NC-2 - aber alles Geschmacksache und auch von der Streckenführung abhängig. Auch nach 100 Runden ist der Lola-Motor nur lauwarm.

 Was jetzt im Fahrbetrieb noch störte, war das laute Abrollgeräusch der “Schlabber”-Vorderachse. Also Originalreifen runter und “Mattenmoosis” drauf (Moosgummi dämpft erheblich). Danach rund schleifen und anschließend die Reifenlauffläche (je schmaler, desto besser) mit Sekundenkleber-Gel bestreichen, denn Gripp hat auf der Vorderachse nichts zu suchen. Der Umfang der Reifen sollte nur so groß sein, das die Räder so eben auf der Fahrbahn aufliegen oder besser: knapp über der Bahn schweben. Nach nochmaligem Rundschliff werden dann die Felgen wieder auf die Vorderachse gesteckt. Zudem sollte die Vorachse etwas “beruhigt” werden, indem das Spiel der ovalen Vorderachsaufnahmen eingeschränkt wird. Das kann durch Unterlegen der Vorderachse, durch Quetschen der Achsaufnahmen mit einer Zange, Einbringen von 2-K Kleber und Einkleben von 2,4 mm-Achslagern oder Achsdistanzen geschehen.

Dem Leitkiel wurde durch das Aufschrauben einer entsprechenden Mutter das Wackeln abgewöhnt und zum Schluss wurde auf den Seitenteilen der Bodenplatte ca. 18 g. Walzblei (unmittelbar vor dem Bereich des Motors) aufgebracht.

 Nun stand der nächste freudig erwartete Test an: Klasse!!! Der Lola zog derart unbeirrt und sicher seine Runden, dass ich mich den Versuchen, immer neue Bestzeiten in die Bahn zu brennen, erst entziehen konnte, als die Familie nachdrücklich auf meine Anwesenheit beim Abendessen bestand.

Da alle unsere Autos mit “flexiblen” Fahrwerken fahren, stand natürlich auch das Programm nach dem Abendessen fest. Da nach den vorgenannten Verklebungen der Grundmodule nur noch die Bodengruppe (mit Motor und Achsen) und die Karosserie (mit Fahrereinsatz) zu verschrauben sind (halt wie bei Ninco, Fly und Co), ist eine “flexible” Ausführung kein Problem mehr. Im Gegensatz zur einer festen Verschraubung von Häuschen und Chassis, werden hier Verspannungen ausgeschlossen und Resonanzen gemindert. Als Vorbilder seien hier die Hochgeschwindigkeits-“Flexi”-Cars genannt.

Dazu wurde die Bodenplatte vorne und seitlich um 1mm reduziert und die Schraubdurchführungen der Bodenplatte auf 3mm erweitert. Nachdem Karosserie und Bodenplatte fest verschraubt wurden, werden die Schrauben wieder um ca. eine halbe Umdrehung gelöst. Jetzt sollte das Chassis leicht beweglich sein, ohne das die Reifen an die Radhäuser gelangen.

Der anschließende Test überraschte dann nicht mehr: Wie üblich lagen die Zeiten nach dieser Maßnahme nochmals um ca.1 Zehntel besser. Das Fahrverhalten wurde nochmals gutmütiger.

Jetzt störte mich nur noch der viel zu hoch sitzende Fahrer. Hier wurde die Sitzfläche des Fahrers in der Breite der Fahrerfigur “geöffnet”, sodass der Fahrer einen halben Zentimeter tiefer rutschen konnte. In dieser Position wurde der Fahrer mit 2-K-Kleber fixiert. Diese Maßnahme ist von außen nicht erkennbar und lässt den Lola noch authentischer erscheinen. Da die jetzt tiefer sitzende Fahrerfigur an das Chassis stößt, muss der obere Teil des Magnethalters entfernt werden.

Wer es jetzt noch originaler haben will, kann die oberen Bereiche der Ansaugtrichter (bei den kleinen die Hälfte - bei den großen zweidrittel) mattschwarz färben. Auch diese Maßnahme macht sich optisch richtig gut.

Da mir die in einigen Rennen eingesetzte Ausführung des Lola T260 mit dem hohen rechten Außenspiegel und den seitlichen Luftleitblechen am Heckflügel besser gefiel, wurde hier kurzerhand umgerüstet:

Der rechte Außenspiegel wurde abgenommen und der Fuß abgetrennt. Mit dem abgetrennenten Fuß wurde das Loch in der Karosserie wieder verschlossen. Die nach außen sichtbare kleine schwarze Fläche wurde mit weißer und schwarzer Farbe der Lackierung abgepasst. Jetzt ist nicht mehr zu sehen, dass hier mal der ursprünglichen Außenspiegel angebracht war. Die Füße für den höher stehenden Außenspiegel hab´ich aus Stecknadeln gewonnen. Diese Nadeln lassen sich bei Bedarf unter Hitzeeinwirkung (z. B. wenn man den entsprechenden Bereich mit einem Feuerzeug erhitzt) formen und biegen. Nachdem unter dem Außenspiegel die Löcher für die Stützen gebohrt wurden, werden diese mit Sekundenkleber-Gel eingeklebt. Wenn nach dem Ausrichten der Füße der Spiegel gerade steht, wird dieser provisorisch auf die Montagestelle der Karosserie gestellt und die Bohrstellen markiert. Wenn die drei Löcher gebohrt wurde (was auch durch das Drehen einer heißen Nadel durch die Karosserie geschehen kann), wird der Spiegel kurz angepasst und anschließend mit Sekundenkleber-Gel eingeklebt. Das hört sich nach viel Arbeit an, ist aber schnell gemacht und sieht prima aus. Die hinteren Luftleitbleche für den Heckflügel wurden aus dünnen Lexanplatten hergestellt (man kann da aber auch andere Sachen nehmen, die gerade zu Hand sind), weiß lackiert und mit Sekundenkleber-Gel seitlich am Heckflügel angeklebt.

 Tja, das war schon ´ne Menge Arbeit, um dem Lola das Laufen beizubringen - und schade um´s Differential. Aber es lohnt sich auf jeden Fall dieses Auto auf die Bahn zu bringen!!!

 Allein die Aura, die die Can Am - Renner jener Zeit umgibt, ist bis heute unerreicht. Ich hatte damals das Vergnügen beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring ein Rennen dieser Boliden miterleben zu dürfen. Das dumpfe Grollen der Motoren und der Geruch von unverbranntem Benzin (es “brannte” die Luft) führte unweigerlich zu einer unvergesslichen “Gänsehaut”. Verglichen mit diesem Spektakel, begeistert die heutige Le Mans-Serie nicht mehr, als ein Seifenkistenrennen. Wer also einmal die Möglichkeit hat, solch ein Rennen zu besuchen, der sollte diese Gelegenheit beim Schopf ergreifen.

 Auch in Anbetracht der bevorstehenden Arbeit, darf man sich auf die angekündigten McLaren und Shadows von Vanquish MG freuen. Vielleicht überdenkt man hier auch noch mal den Sinn und Nutzen eines Differentials in einem slotcar und erspart dem ambitionierten Slotracer die Kosten für die benötigten Zurüstteile.

 Ich habe gerade meinen Testbericht abgeschlossen, da bringt der Postbote die aktuelle Ausgabe der Slotcar-Zeitschrift “Car-On-Line”. Und siehe da: Auch hier hat man sich des Lola T260 angenommen und diesen getestet. Da steht unter anderem zu lesen:

 “Im Fahrbetrieb sorgt das Getriebe für angenehmen Klang und der Lola erreicht aus der Schachtel heraus ansehnliche Fahrleistungen. Irgendeine Überarbeitung ist hier nicht erforderlich.” Und weiter: “Im Betrieb ohne Hafthilfe zeigt der Wagen ein ausgewogenes Handling, wozu neben den sehr gut haftenden Pneus ......” 

Aha !!!??? Ich bin erstaunt !!! Hab´ ich hier ein Montagsauto erwischt? Oder dringen meine Ansprüche an einen Slotcar jetzt in Bereiche vor, die ärztlicher Hilfe bedürfen?

 Mailt doch mal eure Erfahrungen.

 Hansi 

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