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Ninco BMW

Nach dem der letzte Tuning-Vorschlag (der Bentley von Carrera) ja derartige Wellen geschlagen hat und manch einer uns Vorgeworfen hat, wir seien abgedreht, übertrieben oder gar prinzipbedingt Carrera-feindlich haben wir uns entschlossen, Euch so nach und mal anhand “ordentlicher” Serienfahrzeuge zu zeigen, wo der Anspruch herkommt einem 132’er Slotcar eine oder mehrere 5,1 Sek. Runde auf unser Bahn aus dem Kreuz zu leiern. Es war ja nicht nur eine fixe Idee dem Bentley als Erstem und Einzigen diese Bürde auf zu legen. Los geht es mit einem Ninco BMW LM.

Zugegeben, dieses Modell ist nicht super-über-attraktiv, aber die Fahrleistungen sprechen eine eindeutige Sprache, wie Ihr später sehen werdet. Die Dinge die Ihr jetzt hier seht entsprechen in etwa unserem Standartprogramm für 1:32’er. Die Prozedur muss jeder Wagen über sich ergehen lassen, der bei uns nicht nur in der Vitrine stehen soll.

Wie Ihr seht, ist dieses Auto der letzte Ninco BMW LM der auf den Markt kam. Beim zerlegen fällt schon auf, dass die Karosserie sehr gut auf die Bodengruppe passt.

Zu aller erst wird mal alles zerlegt. Das beginnt mit dem Motor. Während ich den BMW präpariert habe musste der Motor erst mal ne Stunde bei 6 Volt in Vorwärtsrichtung einlaufen. Ja Ihr lest richtig, der gesamte Aufbau des Fahrzeugs dauerte 1 Stunde und nicht länger. Ein Aufwand der durch viel Fahrspaß belohnt wird. Wenn der Motor raus ist, kommen die Reifen runter. jetzt kann man die Achsen anschubsen und genau auf die Räder schauen. Man sieht dann sofort ob diese Rund sind oder nicht. Bei Ninco kann man fast immer von guten Rädern aus gehen. Nur selten sind krumme Hunde dabei. Auch bei diesem Wagen waren alle 4 Räder exakt rund. Da kann insbesondere Fly und noch eher Carrera etwas lernen: Rund läuft!

Nach dem wir die Räder für gut befunden haben, werden die Reifen aufgeklebt. Wir verwenden dafür Patex Blitz Gel Sekundenkleber. Das Aufkleben ist wichtig, sonst verdrehen sich die Reifen später auf den Felgen. Nicht nur unsere Moosgummis auch normal Gummi- oder Silikonreifen müssen verklebt werden. Sehr gut ist es übrigens, wenn man bei unseren Moosgummis eine Nacht zwischen kleben und schleifen warten kann. Dann hat sich der Gummi richtig gesetzt und brauch nach dem Grundschliff nie mehr nachgeschliffen werden. Wenn man die Reifen sofort nach dem Kleben schleift, kann es schon mal sein, dass diese ein zweites mal auf die “Schleife” müssen. Ich habe es hier zu Beginn der Bauarbeiten die Reifen geklebt und zum Ende (nach ca. 1 Stunde) geschliffen.

Auf der Vorderräder kommen auch Moosies. Die bringen zwar keine Zeitverbesserung, aber die Abrollgeräusche sind leiser. Um jeglichen Gripp zu vermeiden werden die Reifen ach dem Rundschleifen mit Sekundenkleber bestrichen. Sobald dieser Trocken ist, nochmals kurz schleifen und fertig. Nicht super zu erkennen, aber ich habe auf der Vorderachse pro Rad noch eine 2,5mm U-Scheibe eingefügt, damit die Achse kein horizontales Spiel hat. Sie muss sich aber ganz leicht drehen lassen.

Jetzt ist die Bodengruppe an der Reihe. Beim BMW ist hier Vorsicht geboten, da sonst bei einer kleine Unachtsamkeit der Heckflügel auf der Strecke bleibt. Das muss ja nicht sein. Zuerst wird die Bodengruppe rund herum abgeschmirgelt. (Ne Feile tut es auch, ist aber mehr Arbeit.) Das ist nötig um die Karosse später locker auf das Unterteil zu setzen. (Um die Kippneigung zu verringern.)

Ich verwende zum Schmirgeln eine Platte wo ich das Papier (80 Korn) mit Doppelklebeband befestige. Noch dem die Bodengruppe rund herum bearbeitet ist sollte die Karosse ganz leicht drüber gehen. Von unten ist dann ein Luftspalt zwischen Boden und Häuschen zu sehen.

Jetzt werden die Schraubenlöcher auf mittels Schraubendreher auf ca. 3 mm aufgebohrt. Nur so ist die flexible Verbindung später möglich.

Um das vertikale Spiel der Vorderachse zu verringen, werden die Achsträger einfach mit der Zange gequetscht, sodass sie länger werden und die Vorderachse anheben. Hat man zuviel gequetscht (so wie ich hier!) drückt man die Achse mal fest auf die Träger. Dann bilden sich diese zwei kleinen Vertiefungen die man hier sieht. Jetzt hat die Achse kein Spiel mehr, lässt sich aber ganz leicht drehen. Das war was wir wollten.

Jetzt fliegt der Magnet raus!!!! Und tschüsss..... Dafür packen wir Blei rein. Beim BMW habe ich ca. 20 Gramm Dachdeckerblei verbaut. Wo dieses zu liegen kommt seht Ihr auf dem Bild oben. Natürlich kann es sein, dass auf anderen Strecken eine andere Gewichtsverteilung besser funktioniert. Da hilft nur Probieren. (Viel Spaß dabei!) Jetzt sind wir schon fast fertig.

Lediglich die kleinen Nippel an der Karosse müssen noch entfernt werden. Zum einem um die flexible Verbindung zu ermöglichen, zum anderen damit die Karosserie nicht auf den Bleiplatten aufliegt.

So musste die Schüssel dann auf die Bahn. Dort kam es dann wie es kommen musste. Mit nagelneuen Reifen auf den Felgen konnte ich die 5.1 Sekunden nicht erreichen. Aber auf Anhieb 5.3 Sek. Da war uns eigentlich schon klar, dass die 5.1 kein Problem ist für dieses Auto. Nach ca. 80 Runden kamen dann auch die ersten 5.1er. Nach 100 Runden war dann alles klar. Der BMW fährt jetzt konstant 5.1 Sekunden und das sehr gutmütig. So einfach kann Slotcar präparieren sein. Wenigstens mit gutem Roh-Material. Als nächstes ist erst mal der Fly Racing GT1 98 dran. Der ist sicherlich nicht so einfach zufrieden zu stellen. Aber dann kommt der neue Proslot F355 Spider an die Reihe. Der sollte ohne großen Aufwand etwa 5.2 Sekunden schaffen.

Jetzt noch ein kleiner Nachtrag zum BMW. Dieses Auto ist so ähnlich in Le Mans gefahren. Es war für Hansi sofort klar, dass er als Slotcar her muss. Obwohl die Basis ja schon da war, ließ sich Ninco aber unendlich viel Zeit. Also dachte Hansi, wenn die keinen bringen, baue ich eben selber einen. Das war aber nicht so einfach. Es gab einfach keine Decals in entsprechendem Design.

Also musste ein 1:24’er Decal Satz herhalten. Da wurden dann die kleinsten Symbole verwendet. Das war zwar nicht unbedingt das was Hansi wollte, aber erheblich besser garnichts.

Insbesondere auf den Seiten standen nicht die richtigen Decals bereit. Aber trotzdem kann sich das Resultat sehen lassen wie ich meine. Auch ist unser Rot dem Original näher. Meisterlich wie immer, der Fahrer:

Jetzt dürft Ihr mal raten, welcher von Hansi ist.

Als der Wagen dann fertig war, dauerte es noch gerade mal 5 Tage, da flatterte die Botschaft von Ninco in den Keller: Wir bringen den FAT BMW! Tja so ist das nun mal: Erst die Arbeit, dann der Frust darüber: Alle umsonst!? Naja ich finde die Arbeit hat sich ja doch gelohnt.

 

Roland

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