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Audi R8 Light.

Hallo Leute, aus der Reihe Tuning konkret diesmal der Carrera Exclusiv R8. Als Bassis nehmen wir das “Gulf” Sondermodell, weil es sicherlich der Interessanteste der Audi ist. Viele der hier beschriebenen Maßnahmen können direkt auf andere Exclusiv Modelle umgesetzt werden.

Fangen wir mit den Grundgedanken an. Viele Carrera Räder laufen unrund. Die Reifen sind für unsere Holzbahn ungeeignet. Die Achsen haben leider kein Standartmaß, sind zu weich und oft ebenfalls unrund. Die Plastikachslager taugen nur für Vorderachsen, da hinten zuviel Spiel zu unrundem Lauf des Fahrzeugs führt. Der Motor ist auch nicht unbedingt der Renner und die Übersetzung ist was für “Hochgeschwindigkeitsovalstrecken” auf denen nie gebremst wird. So ein Auto aus der Grundpackung ist auf unserer Holzbahn die totale Hölle! Nach 10 Minuten fahren würde wohl jeder Neueinsteiger von diesem Hobby vergrault! Aber leider ist Carrera der einzige mir Bekannte Hersteller der komplette Slotcars im 1:24 liefert.

Da der R8 nun mal ein muss für jeden Le Mans Fan ist, wurde er die Basis für diesen Bericht. Da wir beim Präparieren von Fahrzeugen generell keine Rücksicht auf Verluste nehmen hat Hansi bei seinem R8 mal das “volle Programm” aufgefahren. Eins schon mal vorweg: Es ist nichts für schwache Nerven und auch nichts für Leute mit zwei linken Händen.

Jetzt stellt sich die Frage, warum R8 light? Insbesondere wenn man das Ding mal auf die Waage stellt.

186 Gramm ohne Magnet und ohne Beleuchtungsplatine bringt der Audi auf die Waage. Und dazu ist er sehr hochbeinig. Also die optimalen Vorraussetzungen zum umkippen. “Kipper” sind uns aber seit je her ein Dorn im Auge. Das Kippen verursacht die meisten Schäden an den Fahrzeugen. Wenn ein Auto seitlich in den Kurven aus dem Slot springt, geht nun mal weniger kaputt als wenn es sich Überschlägt.

Neben der Gewichtsabnahme ist auch eine lockere Karosseriebefestigung dem Fahrverhalten sehr dienlich. Dazu wurde hier die Bodengruppe etwas “überarbeitet”. Wie Ihr seht, sind nun einige Teile der Bodengruppe fest an die Karosse geklebt. Aber wir waren ja noch beim Gewicht:

Hier könnt Ihr sehen, dass Hansi wirklich nicht zimperlich ist wenn es darum geht eine gutes Auto zu bauen. Da die Karosse zu schwer war wurde sie mit viel Gefühl mit einem “Dremel” erleichtert. Deshalb ist jetzt auch die Oberläche innen etwas “Wellaform”. Da der Audi von Aussen nur klar lackiert ist wurde er durch das Ausschleifen etwas ungleichmäßig in der Farbe. Also musste er nochmal von Innen gestrichen werden. Durch das Schleifen sind jetzt auch die vorderen Lüftungsgitter offen. Die Karosserie ist jetzt 17 Gramm leichter als das Original. Natürlich ist der Fahrereinsatz noch drinne. Zusätlich zu den 17 Gramm musste das Licht auch erst mal dran glauben.

Wie bereits oben gesagt, sollte sich die Karosse locker auf dem Auto bewegen können. Auf den Bildern seht Ihr wie wir sowas realiesieren. Die Position der Schnitte ist natürlich vom Fahrzeug abhängig. Zusätzlich müssen die Bohrungen der Befestigungsschrauben noch vergrößert werden, um die Karosse beweglich zu machen. Jetzt geht es an die Technik. Auch hier wird nicht gekleckert. Los geht es mit der Hinterachse:

Die viel zu lange Originalübersetzung muss einer kürzeren weichen. Nur so kann ein Exclusivauto auch bremsen. ( Um überhaupt bremsen zu können, muss die Lichtplatine raus! ). Hier im Audi ist 14 auf 50 unsere Wahl. Bei Originalmotor würde ich 16 auf 48 verwenden. Je nach Übersetzung muss der Motor etwas näher an die Hinterachse. Dazu muss halt der Motorhalter ein wening “verbogen” werden. Wie man auf dem rechten Bild sieht hat der Wagen auch Slotkeller Moosgummis bekommen. diese sind hier trotz der gegebenen Enge schön breit geworden. Normalerweise verwenden wir bei 1:24ern 15mm breite Hinterräder, aber dafür ist bei den meisten Exclusivautos leider kein Platz. Breite Felgen ohne Bund sind auch schwer zu bekommen. Deshalb kommen hier 10mm breite Alus zum Einsatz.

Allerdings sollten die Reifen schon breiter als 10 mm sein. Hier sind die Moosgummis 16 mm breit, stehen aussen ca 1.5 mm über und innen den Rest. Das ist auch gut auf den Bildern zu erkennen. Die Felge im Moosgummi entspricht der schmalen Felge rechts daneben. Ganz links eine mit 15 mm. Als Felgeneinsatz wird die Front der Originalräder verbaut. Durch das polierte Felgenbett kommt Glanz in den Saal. Die Moosies müssen hier die entsprechende Größe haben, damit sie nicht innen zusammenziehen. Sonst wird die Auflagefläche zu schmal. Da wir die Dinger ja selber machen ist das kein Problem. So schöne Alus wollen unbedingt auf eine 3mm Stahlachse. Diese wiederum verlangt nach ordentlichen Achslagern.

Da Plastik für uns nicht in Frage kommt, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Messing oder Bronze Lager, wie sie zum Beispiel bei Plafit oder Whitepoint eingesetzt werden oder spezielle Messinglager wie sie im Handel als Carrera Tuningteile erhältlich sind. Diese haben den Vorteil, dass sie genau in die Carrera Chassis einpassen und somit leichter einzubauen sind. Wir nutzten meistens eben diese Speziallager. Im Audi sind sie aber nicht in der originalen Position eingebaut, sondern etwas höher. Das hat den Vorteil, dass unser Chassis näher an die Erde kommt, also der Schwerpunkt der Autos gesenkt wird. Um die Lager zu befestigen wird ein Teil der Originallager unter das Messinglager geklebt. (2K-Kleber). 

Wenn Ihr genau hin seht, fällt Euch wahrscheinlich auf, dass hier sogut wie nichts mehr Original ist. Aber ohne Fleiß kein Preis. So ist das nun mal. Der ganze Spaß ist auch nicht wirklich billig. 30 bis 50 Euro gehen da leicht über die Ladentheke. Aber Ihr dürft uns glauben: Der Fahrspaß rechtfertigt den Preis. Eine Hartplastik Karosse auf einem Plafit Chassis ist erheblich teurer aber mit gleichem Motor kaum schneller. Eher im Gegenteil. Unser Toyo GTOne kann mit diesem Audi nicht mithalten!

Wenn Ihr jetzt mal auf die Waage schaut, dann seht Ihr warum das Ding jetzt Audi R8 light heißt. Gute 22 Gramm hat der Wagen abgespeckt. Das sind schon ein zwei Zehntel pro Runde drin. Zur Zeit ist der Audi auch genau diese zwei Zehntel schneller als unsere anderen Hartplastik 1:24er. Die haben auch alle ein ähnliches Tuningprogramm über sich ergehen lassen müssen. Den Karosserieschliff gibt es aber nur beim Audi. (Noch!!).

Zum Schluß noch der Höhenvergleich: Jeweils links ein Originaler R8 und rechts der SK R8 Light. Vielleicht hat ja mal der ein oder andere Lust auch so ein Gerät zu bauen. Wer voher mal testen will, kann gerne mal vorbei kommen. Also bis bald:

 

Idee und Bau des R8 Light: Hansi.
Bericht: Roland

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